Vorglühen bei Ruedi, pardon, das war einmal. Jetzt steht man neu beim «Öufi»-Bieregge vor der Reithalle fürs Feierabendbierchen an. Verpflegung gibts im Hundertmeterbereich überall und dann schlägts endlich neun. Die HESO wechselt ihr Gesicht. Die Hallen leeren sich, der Schanzengraben füllt sich. Gemach, noch ist Zeit. Ein Zusatz-Bierchen vor der Reithalle. Oder eins unten bei den Bio-Bauern.

Kein schlechter Tipp, wie einige HESO-Routiners wissen. Noch ein Stündchen sitzen, ehe der Partylöwe in Dir erwacht. HESO-Ehrenpräsident Roger Saudan weiss das jedenfalls mit seiner AEK-Entourage zu schätzen. Doch irgendeinmal kommt der Punkt, wo ein Entscheid her muss. Schwingerzelt, Housi’s Festbetrieb mit dem Newcomer-Organisator Schützenhouse Wangen? Oder der good old Red Grizzly Saloon? Fürs Jugendparty-Zelt ganz hinten haben wir schon einige Jahrringe zu viel um den Bauch. Also wählen wir den HKK-Nightstyle. Dort trifft sich der Gemeinderat mit der HESO-Ausstellerin, der Fasnächtler mit der Geschäftsfrau – ein bisschen tout Soleure eben. Der aufgelegte Sound aus den wilden Achtzigern trifft den Nerv der Gäste, die je später der Abend desto zahlreicher eintrudeln. Shakehands da, Küsschen dort, alles ist relaxed, ein langes HESO-Wochenende hat begonnen. Wer jetzt noch nicht angekommen ist, gehört nicht dazu.

«Problemlos» - viel mehr gibt es für Peter Fedeli, Kommandant der Stadtpolizei zur ersten langen HESO-Nacht kaum zu sagen. «Die Leute waren friedlich, Zwischenfälle gabs keine. Es war richtig schön.» Tatsächlich ist das Schanzengraben-Publikum eindeutig älter als noch vor zehn, zwanzig Jahren, wo «Partypapst» Urs Bucher ganze Legionen von Jugendlichen zum Anstehen brachte. «Aber ich rechne damit, dass am zweiten Wochenende jüngere Partybesucher kommen, wenn die Herbstferien anfangen», weiss Fedeli aus Erfahrung. Ebenfalls eine positive Bilanz zieht er in Sachen Lärm: «Es gab keine Meldung zu einer Nachruhestörung.» Das OK sei wie immer mit Lärmmessgeräten unterwegs gewesen, und «um Mitternacht haben wir dann die Zeltbetreiber veranlasst, die Bässe zurückzudrehen.» Was sie getan hätten.

An Gesprächsstoff fehlt es nicht. Und reden kann man gerade noch so miteinander. Dass beispielsweise Markus «Kusi» Wälti, der Powerhouse-Chef und Ober-Ober der Vereinigten Fasnachtsgesellschaft UNO auch als DJ «Noisy» auflegt, das war bekannt. Dass aber auch Werkhofchef Patrick Schärer in diesem Metier aktiv wäre, das ist eine HESO-News. Wir diskutieren über die Fasnacht im Allgemeinen und die Risiken und Nebenwirkungen des «12i-Chlapfs» im Speziellen. HESO und Fasnacht sind eben die Höhepunkte des Solothurner Jahrs. Jetzt geht die Post noch an der «Gewerblerfasnacht» ab.