Solothurner Wetter
Herbst-Blues gab den Takt an — gibt es den Winter überhaupt noch?

Das Solothurner Wetter im Oktober war kühl und nass.

Wolfgang Wagmann
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Im Oktober hat es in Solothurn oft geregnet (Archivbild)

Im Oktober hat es in Solothurn oft geregnet (Archivbild)

KEYSTONE/ANTHONY ANEX

Der Oktober 2020 brachte der Region Solothurn wenig Erfreuliches. Das galt auch für die Witterung: Nach dem über weite Strecken eher sommerlichen September gab’s im Oktober 17 Regentage bei kühlen Temperaturen. Das Monatsmittel von nur gerade 9,2 Grad blieb um 0,7 Grad und damit recht deutlich unter dem Langzeitwert – eine Rarität in diesem bisher zu warmen Jahr. Genauso wie die Regenmenge des Oktobers: Mit 138 Litern oder Millimetern pro Quadratmeter und sogar 160,1 im Wallierhof Riedholz übertraf sie den üblichen Durchschnitt um rund einen Viertel.

Nach einem nebligen Auftakt kündigte bereits am 3. Oktober starker Regenfall an, wohin diesen Monat die Reise gehen würde: in die widerwärtige Nasszone. Erst am 9. wurde wieder ein regenfreier Tag registriert – immerhin lagen die Tageshöchsttemperaturen während der ganzen Periode noch klar im zweistelligen Bereich. Ab dem 10. Oktober blieb es zwar für einige Tage trocken, doch recht unterkühlt, zumal auch die Bise jetzt noch ein Comeback gab. Immerhin erfreute uns der Mittwoch, 14. Oktober, erstmals in diesem Monat mit ganztägigem Sonnenschein.

Noch mehr Regen und ein «Blitz-Winter»

Die Sonne zeigte sich in der dritten Oktoberwoche zwar häufiger, doch wärmer wurde es damit keineswegs. Im Gegenteil: In exponierten Muldenlagen kam es vereinzelt zu Bodenfrost am frühen Morgen. Ab dem 22. Oktober setzte eine weitere Regenperiode ein, die Solothurn vor allem am Tag darauf schon fast rekordverdächtige 40 Liter Regen während 24 Stunden eintrug.

Nach einer kurzen Verschnaufpause überrollte eine veritable Kaltfront den Jurabogen und zuckerte am 26. Oktober den Weissenstein für einen Tag recht ansehnlich ein. Die Temperaturen kletterten allerdings rasch wieder in die Höhe, und zumindest der 30. Oktober rechtfertigte für einen Tag die Saga vom «Goldenen Oktober» bei 16 Grad. Denn ganz zuletzt musste Solothurn auf Halloween hin noch jene Form des Herbst-Blues ertragen, für die es berühmt-berüchtigt ist: Nebelsuppe vom Morgengrauen bis zur nun sehr früh einsetzenden Abenddämmerung.

Gibt es den Winter überhaupt noch?

Die aktuelle Störung dürfte laut den Modellen für einige Zeit das letzte nennenswerte Regenereignis gewesen sein. Alles deutet nun auf ruhiges, relativ mildes Novemberwetter hin, bei dem sich täglich vor allem eine Frage stellt: Löst sich der Nebel auf, oder müssen wir für Sonne rauf auf den Berg? Nirgends am Horizont blinzelt dagegen Frau Holle durch die grauen Schwaden. Und nach zwei «Nicht-Wintern» stellt sich schon bald einmal die Frage: Gibt es ihn überhaupt noch? Eine Frage, die derzeit zwar noch weiter unten in der Sorgen-Skala der Wintersportorte rangiert, aber ebenfalls rasch zum Thema werden könnte.

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