Wasserqualität
Herbizide auch im «Blauen Gold» von Solothurn

Im Solothurner Trinkwasser lassen sich offenbar Rückstände von mehreren chemischen Pfanzenschutzmitteln nachweisen. Das hat eine Kassensturz-Test ergeben. Die Belastungen seien jedoch immer noch weit unter dem Toleranzwert.

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Trotz Chemie-Rückständen besteht keine Gefahr

Trotz Chemie-Rückständen besteht keine Gefahr

Keystone

Im Stadt-Solothurner Trinkwasser finden sich Spuren von fünf Pflanzenschutzmitteln: Drei Atrazine, Simazin sowie Terbuthylazine. Dies besagt ein Bericht im jüngsten „Kassensturz" des Schweizer Fernsehens.

«Kein Grund zur Besorgnis», versichert Stefan Schluep, Leiter Netze Wasser der Regio Energie Solothurn, mit Blick auf die Spuren von fünf chemischen Substanzen im Stadt-Solothurner Trinkwasser. Wasserproben würden hier alle zwei Monate - laut Schluep häufiger als eigentlich vorgeschrieben - auf chemische und bakteriologische Verunreinigungen analysiert und vom Kantonschemiker ausgewertet.

Schluep: «Dabei wurden bisher nie Belastungen festgestellt, die auch nur annähernd in den Bereich der gesetzlich vorgegebenen Toleranzgrenzwerte herangekommen oder die Gesundheit der Konsumenten gefährdet hätten.» Das gelte ebenfalls für die vom «Kassensturz» jetzt genannten Chemikalien-Rückstände im Solothurner Wasser.

Auch in ihrer Tendenz würden die im Wasser festgestellten Fremdstoffe nicht zu Besorgnis Anlass geben, versichert der Leiter Netze Wasser bei Regio Energie. Die Einrichtung grosser regionaler Wasserversorgungs-Verbunde trage ihrerseits zur dauerhaften Sicherstellung einer guten Trinkwasserqualität bei. Das heisst: Notfalls könnte die Nutzung einer beeinträchtigten Wasserfassung eingestellt und die Versorgungssicherheit dennoch sichergestellt werden Und, so Schluep: «Das Wasser ist unsere wichtigste Lebensgrundlage. Alle Verantwortlichen haben ein Interesse daran, dass zu diesem ‚blauen Gold‘ Sorge getragen wird.»

In die gleiche Kerbe schlägt auch die Stiftung Praktischer Umweltschutz (Pusch). Sie fordert in einer Kampagne, auf den Einsatz von Herbiziden und Pestiziden zu verzichten. „Chemikalien, insbesondere Medikamente, müssen als Sonderabfall entsorgt werden. Sie gehören auf keinen Fall in die Kanalisation!". Wie wichtig diese Botschaft ist, werde durch die „Kassensturz"-Testresultate unterstrichen.

Untersucht worden ist das Hahnenwasser in 42 Schweizer Städten auf 70 verschiedene chemische Substanzen. In 36 Fällen wurden Rückstände von Chemikalien gefunden. Dabei handelte es sich vorwiegend um Wirkstoffe aus Medikamenten und Pflanzenschutzmitteln. Die Proben wiesen zwischen 0 (u.a. Appenzell, Altdorf) bis zu 13 (Renens und 14 Fremdstoffen (Lausanne). Die Rückstände kommen in sehr kleinen Mengen vor, wird betont - das Bundesamt für Umwelt geht deshalb davon aus, dass die Trinkwasser-Qualität nicht beeinträchtigt ist. (ums.)

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