Im Rahmen seiner Kampagne «Sicher zu Fuss» machte der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) am letzten Freitag in Solothurn, Passanten auf die zusätzlichen Gefahren in den Wintermonaten aufmerksam. Helle, reflektierende Kleider und gegenseitige Rücksichtnahme können dazu beitragen, manchen Unfall zu verhindern.

Bremswege werden unterschätzt

Des Öfteren schätzen Verkehrsteilnehmende die Bedingungen auf der Strasse falsch ein. So ergab eine repräsentative Umfrage des Instituts LINK im Auftrag des VCS vergangenes Jahr, dass fast die Hälfte der Befragten den Anhalteweg eines Autos viel zu kurz einschätzt. Dieser liegt bei trockener Fahrbahn, einer Fahrgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometer und einer mittleren Reaktionszeit von 1,25 Sekunden bei 30 Metern. 40 Prozent schätzten den Anhalteweg jedoch auf maximal 10 oder 20 Meter.

Viele Fussgänger sind sich zudem zu wenig bewusst, wie wichtig helle, reflektierende Kleidung in den dunklen Wintermonaten ist. Mit reflektierender Kleidung werden sie von den Autofahrenden bereits aus 140 Metern Distanz wahrgenommen. Mit dunkler Kleidung ist dies erst auf eine Entfernung von 25 Metern der Fall - zu spät bei einem Anhalteweg von 30 Metern.

Realistische Anordnung

Mit einer realistischen Strassenaktion machte der VCS auf dem Amtshausplatz in Solothurn Passantinnen und Passanten auf diese Problematik aufmerksam. In 30 Metern Entfernung von einem Zebrastreifenteppich stand ein Auto mit eingeschalteten Abblendlichtern, um den Anhalteweg zu illustrieren. Auf dem Zebrastreifen befanden sich zwei Schaufensterpuppen mit dunklen beziehungsweise reflektierenden Kleidern.

VCS und Verkehrsinstruktor informierten gemeinsam

Den Passantinnen und Passanten wurde die Broschüre der Kampagne «Sicher zu Fuss» abgegeben. Diese wendet sich an Fussgängerinnen und Fussgänger und gibt praktische Tipps. Besondere Aufmerksamkeit wurde auch dem Leitspruch «Warte, luege, lose, loufe und loufend beobachte» geschenkt.