Solothurn

Heisse Klänge trotz Regenwetter: Publikum tanzte schon fast ekstatisch

Und wieder einmal ging die musikalische Reise vom Unteren Winkel rund um die Welt und von New Orleans wieder zurück in die Solothurner Vorstadt: Bereits zum 18. Mal lud am Samstagabend das Street Music Festival ein.

Die Eigebröi Street Band, eine veritable Brassband von acht Musikern, hatte wie immer ein Heimspiel und erntete grossen Applaus. Sie spielen kraftvollen, modernen New-Orleans-Jazz, gemischt mit Funk, Reggae, Blues und Balladen. Auch die Mitglieder von Caipiranha sind Solothurner. Sie interpretierten ein breites Repertoire an Jazz-, Pop-, Rock- und Funk-Hits.

Der absolute Höhepunkt des Abends war aber das zweite Set von SanySaidap aus dem Fricktal. Die Band nimmt ihr Publikum mit ihrer Musik auf eine Reise von Irland über Frankreich nach Louisiana und wieder zurück in die Schweiz mit. Sängerin Alice Uehlinger, die auch die Geige spielt, faszinierte mit ihrer tollen und präzisen Stimme und verleitete ein gutes Dutzend Frauen und ein Pärchen dazu, schon fast ekstatisch vor der Bühne zu tanzen.

«Eines der besten Schlechtwetter-Festivals»

Obwohl im Unteren Winkel wieder die heissen Klänge lockten, musste man sich aber diesmal für den Besuch des Street Music Festivals warm anziehen. Die Veranstalter stellten extra Zelte auf, um den Gästen ein wenig «Hüumi» zu bieten.

Die Festbänke waren denn auch sehr gut besetzt und Martin Wagmann vom Organisationskomitee war durchaus zufrieden: «Wir haben mit etwas weniger Besuchern als sonst gerechnet. Es war sicher nicht das beste, aber eines der besten Schlechtwetter-Festivals», zog Martin Wagmann eine erste Bilanz.

Er rechnet mit einem Viertel weniger Umsatz als bei warmem Wetter möglich gewesen wäre. Das sei aber nicht so schlimm. «Das Street Music Festival ist nicht gewinnorientiert und wir sind finanziell so abgesichert, dass uns das schlechte Wetter nicht aus der Bahn werfen kann.»

Damit es einem Warm ums Herz blieb, war da auch wieder – wie jedes Jahr – die riesige Pfanne mit dem rassigen Risotto am brodeln. Es sollen schliesslich nicht nur die Ohren, sondern auch der Gaumen verwöhnt werden.

Neu waren die grünen Holzkohle-Grillkugeln, hinter denen Daniel Wagmann stand. Als «low and slow», bezeichnet der Grillspezialist seine Zubereitungsart der Baby Spare Ribs, die also bei tiefer Temperatur sehr lange gegart werden, bis das Fleisch von den Knochen fällt. «Dazu habe ich eine traditionelle amerikanische Barbecue-Marinade zubereitet», verrät der Koch sein Rezept, «so wie man sie in der Schweiz sonst nirgends bekommt.»

Martin Wagmann, der zusammen mit Bruder Paul seit Anbeginn zum Organisationskomitee gehört, spielt in der Eigebröi Street Band auch das Susaphon. «Das bedeutet zwar etwas Stress, aber wir machen das Street Music Festival ja vor allem, um selber Spass zu haben, und da gehört für mich das Susaphon einfach dazu.»

Und so gehen ihm die Ideen und die Motivation nicht aus. «Ich möchte gerne zum kommenden Jubiläum das 20. Festival auf zwei Nächte erweitern und dann auch wieder einmal eine Spitzenband aus dem Ausland einladen», schniedet Martin Wagmann Pläne. Das Street Music Festival blickt also nicht auf nur eine glorreiche Vergangenheit zurück, es auch eine grosse Zukunft vor sich. 

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