Solothurn
Heim erzählt aus seinem Leben als «Nichtprofi-Liedermacher»

Beim vierten Anlass der Töpfergesellschaft in dieser Saison bewies Regierungsrat Roland Heim, dass er nicht nur ein erfolgreicher Politiker, sondern auch ein leidenschaftlicher Liedermacher ist.

Katharina Arni-Howald
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Regierungsrat Roland Heim betätigt sich auch als Liedermacher.

Regierungsrat Roland Heim betätigt sich auch als Liedermacher.

Katharina Arni

«Es ist mir eine Ehre, vor der ehrwürdigen Töpfergesellschaft einen Vortrag halten zu dürfen», begrüsste Roland Heim im Salon Rouge des Museums Blumenstein die zahlreich erschienene Fangemeinde. Statt des ebenfalls zur Diskussion gestandenen Themas «Die Trommel und wie sie im Regierungsleben eingesetzt wird», habe er sich entschlossen, etwas aus seinem Leben als «Nichtprofi-Liedermacher» zu erzählen.

Heim schreibt, vertont und singt seine Chansons selbst und benutzt dazu auch seine Gitarre. «Ich bezeichne mich auch als Solothurner Sängerling, was mit anderen Worten heisst, dass ich weder schön singe noch ein Gitarrenvirtuose bin und mich von beiden Handicaps nicht beeindrucken lasse.»

Die Liedermacherpause

Begonnen mit dem Schreiben von Chansons hat Roland Heim bereits während der Kantizeit, angespornt von seinen zwei älteren Brüdern. Das Ziel war, seine Zuhörer im kleinen Kreis aufzuheitern und eigene Erlebnisse in kleine Geschichten umzuschreiben. «Es widerstrebte mir zutiefst, mit meinen Liedern den Leuten moralische Predigten zu halten oder tiefschürfende, philosophisch abgerundete Vorhaltungen zu machen», erzählte der Liedermacher aus dieser Zeit.

Mit seinen ersten Liedern, die in den Siebzigerjahren entstanden, trat Heim meist aber nicht alleine auf, sondern mit anderen Solothurner Chansonniers, zu denen auch Bruno Walter, Ruedi Stuber und Daniel von Arb gehörten.

Höhepunkte waren die in Solothurn stattfindenden Schweizer Chansonnier-Treffen und die Gründung des Kleintheaters Muttiturm, wo er lange Zeit die Sparte Chansons betreute. In den Hintergrund rückte seine «Liederwerkstatt» durch die Belastungen des Studiums, die lange Militärzeit, den Beginn der politischen Tätigkeit und schliesslich auch die Gründung einer Familie. «Die Liedermacherpause wurde länger und länger und dies nicht, weil ich keine Ideen mehr hatte, sondern weil die Zeit dafür fehlte.»

Wendepunkt im Kofmehl

Mit seinen Liedern an die Öffentlichkeit trat Roland Heim erst wieder 25 Jahre später, als er gebeten wurde, ein paar seiner alten Chansons an den Kleinkunsttagen im Kofmehl vorzutragen. «Das war der Augenblick, als ich mich entschloss, nicht nur alte Lieder vorzutragen, sondern auch neue zu machen.» Auf diesen Anlass hin entstand 2008 unter anderem sein erstes Rap-Chanson, das vom Publikum sehr gut aufgenommen wurde.

Es folgten die Teilnahme am kabarettistischen Dreigänger und weitere kurze Auftritte mit anderen Künstlern. «Dadurch motiviert, begann ich wieder das eine oder andere neue Chanson zu schreiben», erinnert sich Heim. Diesen Sommer wird auch seine erste CD erscheinen. «Ursprünglich war sie auf meinen vierzigsten Geburtstag geplant, jetzt kommt sie mit genau zwanzig Jahren Verspätung.» Zur Freude des Publikums griff Heim immer wieder zur Gitarre. Balladen wie die vom «Wilhelm Tell, «Niklaus Wengi» und «Hans Roth» ernteten viel Applaus.