Ivo Bracher

Hauptinitiant: «Das Projekt Wasserstadt ist nicht gestorben»

Wasserstadt-Promoter Ivo Bracher glaubt an die Wasserstadt.

Wasserstadt-Promoter Ivo Bracher glaubt an die Wasserstadt.

Ivo Bracher, der Hauptinitiant der umstrittenen Wohnüberbauung am Ufer der Aare in Solothurn, glaubt, dass das Projekt den Durchbruch schaffen kann.

Prominent prangen zwei Grossaufnahmen des Projektes Wasserstadt Solothurn an der Wand im Büro von Ivo Bracher. Die Vision des Wohnens direkt an der Aare in Solothurn haben er und seine Mitstreiter noch nicht begraben.

Zwar hat Bonainvest ihre Beteiligung an der Wasserstadt AG von 40 Prozent und ihre Vorinvestitionen in der Rechnung 2015 vollständig abgeschrieben. Dies hat das Ergebnis mit 1,5 Millionen Franken negativ belastet.

Grund war ein raumplanerisches Gutachten, welches dem Projekt faktisch den Todesstoss versetzte oder eine Realisierung zumindest erst in weiter Ferne zulässt. Der 58-jährige Hauptinitiant der Wasserstadt spricht von einem «ominösen Gutachten», welches von Kanton und Stadt Solothurn in Auftrag gegeben worden sei. «Derzeit wird ein Ergänzungsgutachten vorbereitet», sagt Bracher.

«Nicht von den Aktionären der Wasserstadt AG alleine, sondern auch von Politikern, die dem Projekt trotz allem zum Durchbruch verhelfen wollen.» Der Auftrag erfolge auch in Absprache mit Kanton und Stadt. Beim vorliegenden Gutachten seien nur jene Fragen gestellt worden, warum das Projekt nicht realisierbar sei. Jetzt sollen im Zweitgutachten jene Fragen beantwortet werden, wie das Projekt trotz hoher Hürden realisiert werden könne. «In dem Sinne ist das Projekt nicht gestorben, sondern es bleibt aktuell.»

Wer das Zusatzgutachten erarbeiten wird, werde in den kommenden Wochen bekannt gegeben. Die Abschreibung der Beteiligung habe man vollzogen, weil für die Aktionäre der Bonainvest die Werthaltigkeit bezüglich Realisierungshorizont nicht mehr gegeben sei.

Die Solothurner Bonainvest Holding AG ist eine der grössten Immobilienfirmen im Grossraum Solothurn und umfasst mehrere 100-prozentige Tochterfirmen. Allen voran die Bonainvest AG, welche sich auf den barrierefreien Wohnungsbau gekoppelt mit zahlreichen Dienstleistungen im Bereich Sicherheit (Notrufdienst, usw.) und Komfort (Concierge-Dienste) konzentriert. Ziel sei, dass ältere Menschen möglichst lange autonom in den eigenen vier Wänden wohnen können, aber auch jüngeren Menschen viel zahlbaren Komfort zu bieten. «Wir rüsten mit unserem Dienstleistungspaket auch bestehende Wohnungen aus, die sich nicht in unserem Portfolio befinden», erläutert Bracher.

Ferner gehören zur Holding die Dienstleistungsgesellschaften Bracher & Partner AG, die Bracher und Partner Totalunternehmung AG und die Bonacasa AG. Insgesamt beschäftigt die Gruppe, umgerechnet auf Vollzeitstellen, 39 Angestellte. An der Bonainvest Holding AG sind, so Bracher, über 60 Pensionskassen finanziell beteiligt; die grössten Einzelaktionäre sind die Pensionskassen von Coop (13 Prozent) und Migros (8,8 Prozent). Ivo Bracher selbst ist mit 4 Prozent beteiligt.

Das Eigenkapital der Firma beträgt laut Bracher 240 Millionen Franken, was bei einer Bilanzsumme von 340 Millionen Franken einer Eigenkapitalquote von 70 Prozent entspreche. (fs)

Meistgesehen

Artboard 1