Solothurn
Hauptbahnhof: Jetzt gibts Bretzeln zum Hamburger

In einem Jahr hätte es der Hauptbahnhof Solothurn wohl aufs Podest in unserem Bahnhof-Ranking geschafft, statt auf den undankbaren vierten Rang. Denn jetzt beginnt die Umsetzung des Konzepts «Mehr Bahnhof» auch in Solothurn.

Wolfgang Wagmann
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Jetzt gibts Bretzeln zum Hamburger

Jetzt gibts Bretzeln zum Hamburger

Solothurner Zeitung

«Wir beabsichtigen, einen Take-away beim neuen Haupttreppenabgang einzubauen. Die Eröffnung ist auf Anfang 2011 geplant», teilt Jean-Louis Scherz vom SBB-Mediendienst mit. Und weiter: «Im Zusammenhang mit dem Konzept ‹Mehr Bahnhof› gibt es Ausbaupläne. Die Sanierung der Park-and-ride-Anlage im Osten ist ebenfalls vorgesehen. Ausführungstermine sind jedoch noch keine gesetzt.»

Konkreteres weiss der mit der Planung des Take-aways beauftragte Solothurner Architekt Thomas Zwygart (G & Z Architektur). Es handle sich um eine weitere Filiale des «Brezelkönigs», für den im Tagbau eine 25 Quadratmeter grosse Lokalität ins Perron 1 eingebaut werde.

Der Eingang befindet sich dann in der Unterführung gleich gegenüber dem Ende der Rampe, die das Perron mit der Passage verbindet. Damit wird die «Verpflegungslage» nach der baldigen Eröffnung des schweizweit grössten Mac Donald’s im Neubau Perron 1 auf dem Bahnhof-Areal nochmals verbessert – der «Brezelkönig» betreibt übrigens bereits Take-aways in den Bahnhöfen Basel, Bern, Zürich oder Zug. Dagegen weiss Zwygart in Sachen «Mehr Bahnhof» nur, dass vor allem freier Raum im Haupttrakt östlich des jetzigen Gepäckschalters zur Verfügung stünde. «Aber ein Mieterspiegel besteht noch nicht», der «Brezelkönig» werde jetzt «separat vorgezogen».

Heller und freundlicher

Nach der Eröffnung des «grünen Bereichs» mit der bewachten Velostation gab es gegenüber der alten Nord-Süd-Unterführung optisch «einen Bruch», wie sich mit Pius Flury ein weiterer Solothurner Architekt ausdrückt. Er wurde deshalb von den SBB beauftragt, nicht nur für zwei Bahnhofunterführungen in Olten, sondern auch in Solothurn ein Konzept auszuarbeiten, das den alten Unterführungsteil optisch aufwertet. «Es geht dabei nicht um eine bauliche Erweiterung der Unterführung, sondern die Bemalung, Beschriftung und Beleuchtung des Ganzen.»

Behindertengerechte Verhältnisse werden mit dem Konzept im Bahnhof-Untergrund ebenso angestrebt wie das Markieren der Fluchtwege. Flury verhehlt auch nicht, dass die Aufwertung im Kontext mit der ständigen Sicherheitsdiskussion steht, die durch die Präsenz von Dealern und anderen unerwünschten Elementen am Laufen gehalten wird. Ein Termin für die Umsetzung stehe noch nicht fest, ergänzt der Architekt, «wir sind mitten in den Kostenberechnungen».

In Sachen Sicherheit und Sauberkeit verweist im übrigen Jean-Louis Scherz auf Investitionen wie Notrufsäulen und Überwachungskameras in der Unterführung. Die Reinigungsarbeiten würden regelmässig vom SBB-Team Railclean durchgeführt und diese entsprechend kontrolliert.

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