«Alles, was nicht am Notstromaggregat angeschlossen war, fuhr herunter», berichtet Andreas Baumgartner, Leiter des technischen Dienstes. In den Lüftungsrohren hätten sich die Brandschutzklappen geschlossen. «Dadurch wurde automatisch Feueralarm ausgelöst. Wenig später hatten wir die Feuerwehr im Haus», berichtet er von den hektischen Stunden nach dem Stromausfall.

Dieser wurde am späten Nachmittag durch einen Test ausgelöst, den die Regio Energie Solothurn bei der Inbetriebnahme einer neuen Leitstelle durchführte. Rund 6500 Kunden waren betroffen (wir berichteten).

Auch unter den Patienten habe Aufruhr geherrscht, erzählt Baumgartner. Wer selbständig aufstehen konnte, sei in die Eingangshalle gelaufen. «Alle wollten wissen, was passiert ist». Viele Patienten seien auch über den Ausfall der Fernseher erstaunt gewesen. «Das Telefon hat unaufhörlich geklingelt.»

Notstrom über Batterien

In den Operationssälen sei die Stromversorgung aber gewährleistet gewesen. Zusammen mit der Notbeleuchtung und der Telefonanlage würden die Räume über ein Batteriehaus gespeist.

«Bei einem Stromausfall kann so noch für sechs Stunden weiter operiert werden». Im unwahrscheinlichen Fall eines längeren Unterbruchs könne ein anderes Spital zu Hilfe gezogen werden.

Die öffentlichen Spitäler verfügten nämlich über einen Dieselgenerator. «Dieser liefert solange Strom, wie er mit Diesel versorgt wird», erklärt der technische Leiter. «In der Privatklinik Obach ist das aber nicht der Fall, da hier nur geplante Eingriffe durchgeführt und keine Notfälle aufgenommen werden.»

Noch immer Probleme

Und welche Arbeiten stehen am Tag danach noch an? «Momentan arbeiten wir daran, die Schaltuhren neu zu programmieren», berichtet Baumgartner am Mittwochmorgen. Diese Schaltuhren würden unter anderem bei der Eingangstür für die automatische Öffnung und Verriegelung entsprechend den Besuchszeiten sorgen. Auch die Aufnahme der Patienten ins System funktioniere noch immer nicht.

«Dieser Tag hat uns mal wieder gezeigt, welche Auswirkungen ein Stromausfall auf Spitäler hat», sagt Baumgartner.