HESO
Harri Kunz lässt es im Schanzengraben krachen

Wie Event-Veranstalter Harri Kunz vor 20 Jahren zur HESO und später zum Nightstyle kam. Ein Portrait.

Wolfgang Wagmann
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Harri Kunz freut sich auf die HESO und rauschende Nigthstyle-Nächte im Forumzelt am Schanzengraben.

Harri Kunz freut sich auf die HESO und rauschende Nigthstyle-Nächte im Forumzelt am Schanzengraben.

Wolfgang Wagmann

Harri Kunz – er ist schon fast eine eigene Marke. Wo ein Event stattfindet, steckt er dahinter. Nicht immer, aber oft. Die Tour de Suisse, der Spengler-Cup und der FC Basel, das sind die nationalen Aushängeschilder des 54-jährigen Event-Managers.

Big Events, die andere seines Schlags absolut ausfüllen. Doch er kann es nicht lassen: Auch wenn in der Region eine Sause steigt, ist er nicht selten der Taktgeber. Public Viewing an der Fussball-EM, «So geht Schlager», das Eisbahn-Projekt So Cool – «nächstes Jahr gehen wir das wieder an» – und natürlich die HESO.

An der Herbstmesse Solothurn gilt er längst als einer der «Herzschrittmacher» des zehntägigen Grossanlasses. Kein Wunder: Seit 20 Jahren ist er dabei, seit 15 Jahren gibts sein Party-Label Nightstyle mit Live-Acts im und am Schanzengraben.

Hansdampf in vielen Gassen

Partyluft hatte Harri Kunz schon früh geschnuppert: «In der Stifti auf der Gemeindeverwaltung Derendingen habe ich mit Kollegen schon als 17-Jähriger Partys in der Alten Turnhalle und im Bad gemacht.»

Nach dem KV-Abschluss lernte er Französisch als Matrose und Reiseleiter auf einem Bateau des Schweizerischen Studentenreisedienstes SSR in Südfrankreich, «und ein Jahr lebte ich in Epesses.» Zurück in Solothurn war er als jüngster Inserateverkäufer der Publicitas unterwegs und bildete sich zum Werbe-Assistenten aus.

Damals legte er auch als DJ in Urs Buchers «Hammerbau» in Biberist auf – ein Kontakt, der sich später als wegweisend erweisen sollte. Weichen gestellt wurden für Kunz aber, als er den Posten des Marketingchefs bei der damaligen Volksbank Solothurn erhielt. «Das war eine gute Zeit. Wir waren auf der Geberseite und konnten vor Ort Sponsoring-Beiträge sprechen.»

Der junge Marketing-Mann kam in den Diensten der späteren Crédit Suisse zuerst nach Bern, dann nach Zürich. Und fasste dadurch national Fuss, so auch in der Tour de Suisse. 1996, vor 20 Jahren, wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit.

Unter dem Label HKK konnte seine Biberister Event-Firma über mangelnde Aufträge nicht klagen: Insbesondere der Kanton Solothurn zählt bis heute zu den treuen Auftraggebern von Harri Kunz, der unter anderem 2002 mit der von ihm organisierten Eröffnungsfeier der A5 «unter Tag» für Aufsehen gesorgt hatte.

Einstieg beim «Party-Papst»

2010 gabs eine Zäsur, die aber für die Region Solothurn weitgehend folgenlos blieb. Harri Kunz verkaufte sein «Kind», die Firma HKK in Biberist. «Wir hatten mittlerweile 30 Angestellte.» Doch er machte weiter. Zusammen mit seinem besten Kumpel, Markus «Kusi» Wälti, dem Besitzer der Powerhouse AG in Luterbach.

Event Technik und Event Management ergeben die perfekte Symbiose. Auch für die HESO. In der Harri Kunz schon vor 20 Jahren Fuss gefasst hatte. «Das Unterhaltungsangebot im Schanzengraben war damals noch nicht so ausgeprägt, die HESO ist inzwischen professioneller geworden.»

Der absolute Kracher war damals das grosse Zelt von «Party-Papst» Urs Bucher, das ein jugendliches Publikum in Scharen anlockte. «Ja, Bucher war damals mein erster Auftraggeber. Ich legte für ihn im Zelt auf.» Doch bald löste sich Harri Kunz aus dem Schatten Buchers, der sein HESO-Engagement vor einigen Jahren beendet hat. «Im Jahr 2000 führten wir erstmals unser Party-Format Nightstyle durch.

Michel Aebi hatte den Namen erfunden», blickt Kunz auf die 15-jährige Erfolgsstory seines Angebots für Nachtschwärmer ab 25 zurück. «Wir mussten immer wieder einen anderen Standort einnehmen und kochten noch selbst für unsere Gäste. Das haben wir inzwischen aufgegeben, denn einige Restaurants können ja mittlerweile bis 23 Uhr offen halten.»

Doch an einem wird nicht gerüttelt: Live-Acts auf der Bühne sind das Nightstyle-Markenzeichen schlechthin. Berührungsängste kennt der gewiefte Event-Manager dabei im wahrsten Sinne des Wortes keine: Zur «Ladies-Night» am HESO-Mittwoch wartet durchaus eine Men-Strip-Group mit ihren Sixpacks auf.

Eine Win-win-Situation

Harri Kunz wäre aber nicht Harri Kunz, würde er im Schanzengraben nur den Bär steppen lassen. Nachts Party, tagsüber HESO-Forum lautet das Rezept, das für ihn wie die Macher der Herbstmesse stimmt und so für beide Parteien zur Win-win-Situation wird.

Denn bis die Nachtschwärmer einfallen, nutzt man das Forum oft auch im Zusammenhang mit der jeweiligen Sonderschau für Networking-Anlässe, Podien, Referate und natürlich auch Apéros. «Da treffen sich viele Leute, die mit der HESO sonst nichts zu tun haben.»

Das Interesse am Forumszelt sei riesig: «Wir könnten es wohl 50-mal verkaufen.» Harri Kunz – übrigens auch bei der Biogen-Ansiedlung in Luterbach eine gefragte Adresse als Event-Veranstalter – hat der HESO aber sonst noch einige Impulse beschert: Der FC Basel präsentiert sich auch heuer mit seiner Mitglieder-Werbeaktion wieder an einem eigenen Stand, sieben weitere Aussteller erhalten technischen und Marketing-Support von Kunz und vor allem dessen Partner, Markus Wälti.

Und zum dritten Mal rennen zur Begeisterung des Messepublikums im Schanzengraben Säuli um die Wette. Eine Attraktion, die laut Organisator Harry Kunz absolut «zieht»: Wiederum seien 18 Firmen mit Ringelschwänzchen am Start, «sogar Simon Michel lässt neu für die Ypsomed eins laufen».

Nightstyle Programm und Tickets: www.nigthstyle.ch