Solothurn

«Handel wird es immer geben»: OK-Präsident bangt nicht um Zukunft der HESO

OK-Präsident Urs Unterlerchner kann sich auf ein bewährtes Team wie Lolita Lüthy vom Info-Stand abstützen.

OK-Präsident Urs Unterlerchner schaut zurück auf die 42. Herbstmesse Solothurn – und blickt nach vorne. Er sieht keinen Grund, um die Zukunft der HESO zu bangen.

Die Herbstmesse Solothurn 2019 ist Geschichte. Welches Kapitel hat sie geschrieben?

Urs Unterlerchner: Unsere Aussteller und Partner sind die HESO. Ohne sie wäre die Messe nichts als eine Reihe weisser Zelte. Es ist also wichtig, dass alle involvierten Leute zufrieden sind. Und die Rückmeldungen der Standumfragen zeigen, sie sind zufrieden.

Wie sieht denn das Feedback der Aussteller aus?

Es ist äusserst positiv. Mit der HESO-Organisation sind 97 Prozent der Aussteller zufrieden und haben von der Messe einen guten bis sehr guten Gesamteindruck. Auch mit dem Umsatz und den Kundenkontakten zeigen sich 84 Prozent gut bis sehr zufrieden, 13 Prozent sind zufrieden. Innerhalb der Branchen ist kein einheitlicher Trend auszumachen. Es gibt Aussteller derselben Branche, die unabhängig vom Standort auf das beste oder schlechteste HESO-Jahr zurückblicken.

Der Betrieb im Schanzengraben war auch schon reger. Gibt es da Handlungsbedarf?

Wir überarbeiten unseren Auftritt Jahr für Jahr. Nicht nur das Einkaufs-, auch das Ausgehverhalten hat sich verändert. Die Aussteller haben sich diesen neuen Bedürfnissen angepasst. Gleichzeitig sind die Anforderungen der Arbeitgeber deutlich höher als früher und das Nachtleben konzentriert sich auf Mittwoch, Donnerstag und das Wochenende. Und eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt der Zahltag, der erst Mitte HESO war.

Die Sonderschau ist jeweils ein zentraler Besuchermagnet – sind schon Infos zur nächstjährigen möglich, wenn Solothurn sein 2000-Jahr-Jubiläum feiert?

Die Organisatoren haben die Arbeit aufgenommen. Die Sonderschau 2020 wird sich ums 2000-Jahr-Jubiläum drehen. Das Wirtschaftsgeschehen von Solothurn wurde dabei bisher nicht aufgenommen und soll nun an der HESO gezeigt werden. Denn die Sonderschauen eignen sich jeweils hervorragend, um solche speziellen Themen einem breiten Publikum näherzubringen.

An der HESO selbst kann man nicht gross «schrübele» – der Platz ist gegeben. Doch besteht gar kein Raum für Innovationen mehr?

Es ist wichtig, dass Änderungen im Messekonzept nicht all zu sehr wahrgenommen werden. Doch die HESO ist ganz anders als noch vor einigen Jahren. Sie bleibt aber eine Gewerbeausstellung – wenn die lokalen Und regionalen Aussteller mit ihr nicht mehr zufrieden sind, gibt es keine HESO mehr. Wir verstehen die Messe nicht als Ballermann-Areal, sondern als Präsentation des lokalen und regionalen Dienstleistungssektors, Detailhandels und Gewerbes.

Andere Messe-Organisatoren besuchen Solothurn, um das Geheimrezept der HESO zu erfahren. Doch auch sie funktioniert nur so lange, als ihre Aussteller noch Geschäfte machen oder wenigstens wirksam werben können. Beschleicht sie da nicht etwas Zukunftsangst?

Wir verfolgen die Veränderungen in der Schweizer Messelandschaft sehr aufmerksam. Die Grenzen zwischen online und offline haben sich längst aufgelöst. Das betrifft nicht nur die HESO, sondern alle Lebensbereiche. Handel wird es immer geben. Und wir werden uns den veränderten Bedingungen anpassen können. Nein, Zukunftsangst haben wir nicht. Denn der Zusammenhalt mit den Ausstellern ist hervorragend, es herrscht eine gute Stimmung in der grossen HESO-Familie. So haben sich zum Brunch am zweiten Sonntag 290 Aussteller angemeldet – das ist ein neuer Rekord.

Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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