Halbzeit bei den Solothurner Filmtagen. Direktorin Seraina Rohrer kommentiert ihre fünf Highlights.  

1. Eröffnung mit Tscharniblues und Berset

Die Eröffnung des Filmfestivals ist stets der Begegnungsort von Filmschaffenden und Politik. Das Treffen der Tscharniblues II-Crew mit Kulturminister Alain Berset habe dies wieder gezeigt, so Seraina Rohrer, Direktorin der Solothurner Filmtage. Auf Instagram postete sie dieses Bild: 

An der Eröffnung sagte Rohrer unter dem Eindruck des Filmes: «Die Kunst braucht Idealisten – in der Politik hingegen sind Realisten gefragt, die Probleme lösen. Es gibt keine realistischen Ideale. Und es gibt keine ideale Realität. Wer dies akzeptiert, lebt am intensivsten.»

Davor hatte Berset in seiner unnachahmlichen Art philosophiert: «Der Film zeigt uns, wer wir sind, zu sein glauben, sein wollen. Er führt uns vor Augen, worauf wir hoffen und wovor wir uns fürchten. Doch nicht nur dies: Er lotet - im besten Falle – jene terra incognita zwischen echter Bedrohung und wohlig apokalyptischem Schauern aus, wo sich weltanschauliche Überzeugungen bilden und verfestigen, um schliesslich politikmächtig zu werden.»

 

2. Zukunftswerkstatt: Tanzen im virtuellen Raum

Seraina Rohrer hat die Zukunft des Films gesehen: Dank Virtual-Reality-Brillen wurde sie selbst Teil des 3D-Tanzfilm «WOMB» von Gilles Jobin. Der Zuschauer werde künftig wohl immer häufiger an einer Filmhandlung teilnehmen können. Rohrer postete die Performance der Gruppe auf Instagram:

Instagram: Seraina Rohrer filmt VR-Tanzperformance «VR_I»

Die Technologie fasziniert, kein Wunder erschien das Publikum zahlreich.

3. Begegnung mit Bruno Todeschini

Ehrengast an den Solothurner Filmtagen ist Bruno Todeschini. Die Begegnung mit ihm hat Seraina Rohrer beeindruckt. Vor allem wie er sich in Filme einbringt. "Er kennt als Schauspieler keine Grenzen, liefert sich dem Regisseur total aus, um Bestleistung zu erbringen." 

Seraina Rohrer ist von Bruno Todeschini beeindruckt.

Seraina Rohrer ist von Bruno Todeschini beeindruckt.

4. Jungtalent: Zoel Aeschbacher

Was können die Jungtalente? Wer kann einmal in die Fussstapfen der arrivierten Filmer treten? Solche Fragen werden in Solothurn jedes Jahr aufs neue gestellt. Seraina Rohrer hat eine Antwort in Zoel Aeschbacher gefunden, der mit seinem Film "Bonobo" vertreten ist und den «Upcoming»-Förderpreis gewonnen hat. Rohrer freut sich, dass der Nachwuchs engagiert ist. So habe ihr Aeschbacher - übrigens Jahrgang 1993 - gesagt: "Ich will Filme machen, die die Welt verändern."

Nachwuchstalent Zoel Aeschbacher

Nachwuchstalent Zoel Aeschbacher

"Bonobo" ist eine soziale Komödie. Die Jury schrieb: Sie überzeugt "durch ihren raffinierten Aufbau und ihre talentierte Inszenierung". Der Film handelt von Félix, Ana und Seydoux, die im selben Sozialwohnblock leben, einander aber nicht kennen. Ein altersschwacher Lift des Hochhauses verbindet ihre Lebensgeschichten miteinander.

5. Überraschung: Animationsfilme sind analoger als gedacht

Wer denkt, Animationsfilme werden nur noch am Computer kreiert, der täuscht sich. Und auch Seraina Rohrer wurde dies wieder bewusst. Vieles werde noch immer auf Papier gezeichnet. Vieles sei physisch-analog. Das mache die Ausstellung für sie zu einem spannenden Ort, den man gesehen haben müsse. Das zeigen auch die Bilder der Ausstellung "Bewegt!".