Solothurn
Hafebar zieht Bilanz nach «Bombensommer»: Es gab sogar Gäste im Bikini

Ein Sommer der Superlative ist vorbei, die Hafebar wieder bis nächsten April geschlossen. Das Fazit einer Ausnahmesaison.

Wolfgang Wagmann
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Nochmals Nahkampf am Tresen
9 Bilder
Nochmals herrscht lockere Hafebar-Stimmung
Letzmals geht die Sonne in dieser Saion hinter den Platanen unter
Letzte Drinks werden geordert
Hafebar-Geschäftsführerin Stefanie Probst und ihre Stellvertreterin Nadja Steffen sind am Aufräumen
Bye, bye Hafebar
Claudia Stephani & the Flying Foxes spielen zum Abschluss auf
Das Hafebar-Markenzeichen sind coole Drinks
Hafebar zieht Bilanz nach «Bombensommer»

Nochmals Nahkampf am Tresen

Solothurner Zeitung

«Nein, heute hätten wir nicht öffnen können. Das ist ja wie am Meer.» Im Schutz des Glaskastens wirft Hafebar-Geschäftsführerin Stefanie Probst einen Blick auf die aufgewühlte Aare, ihre Wellen werden von der Bise gepeitscht. Es wäre – am Aufräumtag Nummer eins – einer der ganz wenigen Tage, an denen die Hafebar nach fünf Monaten Saison nicht offen stünde. «Ein Bombensommer. Es ist ja sowas von schön gewesen – wir mussten wochenlang den Betrieb nie einstellen.»

Für die 24-köpfige Crew sei die Saison in Sachen Personalplanung insofern einfach gewesen, als es kaum unsichere Abende gab. Gewitter waren selten, und so hiess es ständig: «Wir arbeiten.» Die Studenten, welche die Sommersaison an der Hafebar bestrittten hatten, konnten Ferien machen, für Stefanie Probst und ihre Stellvertreterin Nadja Steffen war das kein Thema.

Gäste kamen im Bikini

«Die Stimmung war toll, mit all den Booten und Schwimmern auf der Aare – ja abends tauchten sogar Gäste im Bikini auf. Das hat es noch nie gegeben», erinnert sich Stefanie Probst an keine so verrückte Saison wie diese, ihre elfte am Kreuzackerquai. «Und statt eine Essenspause einzulegen, gingen unsere Leute selbst rasch in die Aare schwimmen», ergänzt sie. Dass es zwischendurch an der Hafebar bis zu einer Viertelstunde Anstehen hiess, musste halt in Kauf genommen werden.

«Wir konnten nur ständig schnell arbeiten. Die Leute hatten Verständnis, denn sie wussten ja, was sie erwartete.» Ausgezahlt habe sich die erweiterte Bierkultur mit dem viel getrunkenen, neu angebotenen Bucheggberger Bier. Aber auch das angestammte «Öufi» mit den beliebten Monatsbieren hatte einen neuen Absatzrekord in der Hafebar aufgestellt. Stammgäste wie Peter Bichsel oder Sandra Boner profitierten auch von der Tatsache, dass dank des schönen Wetters kaum Konzerte abgesagt werden mussten.

Gäste werden jünger

Die beobachtete Verjüngung der Hafebar-Gastig bestätigt Stefanie Probst. Der Grund: Es gebe inzwischen in Solothurn Restaurants, die Gäste unter 20 Jahren nicht mehr bedienen. «Bei uns sind sie willkommen.» Mit dem Einhalten des Jugendschutzes beim Alkoholausschank habe es trotz Testverkäufen keine Probleme gegeben, weist sie als Bestätigung das entsprechende Attest vor.

Ein Problem, allerdings nur in der Startphase der Bar, sind die Saatkrähen, die in den Platanenkronen nisten. «Sobald die Bäume Blätter haben, löst sich das Problem. Zudem liessen wir an langen Bändern glitzernde Ballone aufsteigen. Die haben die Vögel gestört und verunsichert.» Ein Rezept, auf das Probst wieder setzen will – im April 2016, wenn die Hafebar wieder öffnet.

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