Ob es ihr nichts ausmacht, fürs Foto im Regen zu stehen? «Ach was, wäg dene paar Tröpfli!» Die 26-jährige Gemeindesekretärin Sofia Parel hat ganz andere Widrigkeiten erlebt als den leichten Schauer, der ins Gemeindehöfli prasselt: Am besten wissen dies die Zuschauer der SRF-Show «Das Experiment - Wo ist dein Limit?» Neun Tage lang hat sich Parel im Februar zusammen mit anderen Abenteurern und Survival-Fans auf der Vulkaninsel La Palma den Grenzen des Durchhaltewillens gestellt, hat Hunger und Durst, Kälte und Feuchtigkeit, Erschöpfung und Anstrengung getrotzt.

Final von «Das Experiment»

Sie schwamm, rannte, kletterte, begab sich auf Nahrungssuche oder flüchtete vor Spürhunden - und siegte zuguterletzt gegen ihre neun Mitstreiter. In der eben ausgestrahlten dritten Staffel hat damit hat erstmals eine Frau das Siegertreppchen erklommen.

Den Strapazen ins Auge geblickt

Doch wo waren Sofia Parels Limits, von denen im Titel der SRF-Show die Rede ist? Was auf den TV-Schirmen zu sehen war, ist eine junge Solothurnerin, die die ganze Zeit souverän über der Sache steht - fast gänzlich unbeeindruckt von den Strapazen und mit stoischer Gelassenheit.

Man fokussiere sich halt auf die Aufgabe, die vor einem liegt und halte sich nicht mit den Sorgen der kommenden Tage auf. «Mit Ausnahme der zweiten Nacht auf dem kühlen, windigen und nassen Berg hatte ich keinen Grund zum Klagen», erzählt sie.

Auch geschlafen hat sie gut, was ihr wohl gegenüber den anderen zugutekam. «Ich war fasziniert, wie gut der Körper durchhalten kann, auch wenn er lange Zeit kaum Nahrung aufnimmt.» Und dort, wo es was zum Beissen gab, zögerte sie nicht, sich auch die Hände schmutzig, oder besser: blutig zu machen.

So schlug sie ein Huhn den Kopf ab. «Wer Fleisch isst, sollte dazu auch ein Tier töten können.» Bald schon war nichts mehr ungeniessbar, was auf den dürftigen Inselspeiseplan stand, auch die gesammelten Muscheln nicht.

«Nur die Pflanze, die wir fälschlicherweise für eine Aloe Vera hielten, brannte tagelang im Mund.» Der Wassermangel auf der trockenen Insel trug seinen Teil dazu bei und machte der Gruppe wohl am meisten zu schaffen.

Aber aufgeben? Das kam für Parel nie in Frage: «Es war von Anfang an mein Ziel, die Sache durchzuziehen - vor allem, wenn ich für dieses Abenteuer schon zwei Wochen weg von meinen beiden Kindern bin.» Wer aus dem Wettstreit ausschied, wechselte ins gemütliche Hotel. «Das wäre nichts für mich gewesen», findet Parel: «Ich genoss die Natur - und das Feuermachen.»

Wettkampflaune von früh auf

Doch was war ihr Geheimrezept? Einerseits die mentale Stärke - das Wissen, dass der Körper viel mehr zu leisten vermag, als der Kopf sich üblicherweise einbildet. Und ein Energiebündel ist sie von Kindsbeinen an.

Das habe sie von ihrem Vater, es ist dies der Künstler Roland Flück. So habe in ihrer Kinderstube immer eine Wettkampflaune vorgeherrscht. Wer klettert am schnellsten auf den Baum? Wer taucht am tiefsten hinunter?

Später kamen als Hobbys Schwimmen und Karate hinzu. Und heute gibt es für sie kaum was Schöneres als an der Feuerstelle im heimischen Garten «zfüürle». Vorbereiten konnte sie sich nicht allzu intensiv auf das Abenteuer auf den Kanaren, «lediglich das Feuermachen mit dem Feuerstein habe ich eingehend geübt», meint sie schmunzelnd.

Ihr Sohn (7) und ihre Tochter (5) haben sich gefreut, Mama im Fernsehen zu sehen, nachdem sie die Sendung schon vorher kannten. Just am Geburtstag ihres Sohnes holte Sofia Parel denn auch den Sieg. Auf die Frage, ob sie denn nochmals bei «Das Experiment» mitmachen würde, folgt ein wie aus der Pistole geschossenes «Ja»: Falls es bis zur zehnten Staffel kommen sollte, würde sie sich auch für ein Finale der Finalisten wieder freudig ins Abenteuer stürzen...

Die 26-jährige Sofia Parel gewinnt TV-Show «Das Experiment»

Der Bericht von TeleM1