Öppe so geht’s jedes Jahr, seit Ur-Zeiten. Oder besser Uhr-Zeiten? Denn, ob schon gekesselt wurde, bevor moderne Uhren die Zeit massen, ist äusserst ungewiss - alt-ägyptische Wasseruhren hin oder her.

Seit gestern früh werden Fragen wieder häufig mit der Gegenfrage «Hä?» beantwortet; respektive wird angezeigt, dass man vorübergehend etwas übelhörig sei. Das ist - eben wie seit eh und je - eine Folge von Chessleten am Morgen, nachgebessert durch Guggen-Musiken und Trommelklang am Abend. Die Guggen legen Wert darauf, Musik zu machen - oder gar welche zu sein -? und wollen deshalb auch als solche wahrgenommen werden. Darüber wäre zu diskutieren. An ein gepflegt-humoristisches Gespräch in einer Fasnachtsbeiz ist allerdings kaum mehr zu denken. Und die Trommel? Sie war seit je ein Kriegsinstrument. Hauptsächlich zur Befehlsübermittlung gedacht. Aber auch dies ist kein Diskussionsgrund an der Fasnacht zu Solothurn, derzeit Honolulu, wo entsprechend alles auf dem Kopf steht.

Und so liegt denn halt noch der Eine oder die Andere im Sessel und sucht sich statt akustisch via eine gedruckte Zeitung (zu Neudeutsch Print) zu informieren. Für das Lesen ab einem Bildschirm (Screen), welcher Ausdehnung auch immer, ist das Auge noch nicht bereit, und wenn es dann schon wieder zuzufallen beginnt (am Morgen nach Fasnachtsauftakt nicht selten), ist man nach alter Clochard-Manier durch die Zeitung gleich schön warm zugedeckt.

So wird denn für einmal nicht gebummelt, sondern wohlig geruht unter allerhand Informationen, auch Neuigkeiten genannt. Da gäbe es oft Fake-News, wird behauptet. Auch das ist nicht neu - früher hiess das Falschmeldung oder Zeitungsente. Eine besondere Art war der Havas: «Erzähl doch keinen Havas!» hiess es während des ersten Weltkrieges und nachher noch längere Zeit - die halbstaatliche französische Agentur dieses Namens hatte zu gerne mindestens schön gefärbte Nachrichten verbreitet.

Schön, dass es den Print noch gibt. Er hat neben der Informationsverbreitung noch weitere Einsatzmöglichkeiten. Man kann ihn säuberlich gefaltet in die Schuhe legen und aufsteigende Kälte fernhalten. Nasse Schuhe können damit ausgestopft werden, was zu deren Lebensverlängerung führt. Mit einer zweckdienlich gefalteten Zeitung kann man sodann nach störenden Insekten schlagen. Versuchen sie das mit einem Tablet oder iPhone, benutzen sie das Gerät nicht lange. Aber wem sagt der vor Kälte von oben und von unten geschützte Stadtbummler das? Sie sind ja schon am Lesen dieser Zeitungskolumne. Es sei denn, sie wären on-line. Hä! Öppe so?