«Badmeister»

Gutes Debüt für Solothurner Sommerlounge: Eine Bilanz

Die erste Saison von «Badmeister» ist zu Ende, der Rückbau ist im Gange. Chris van den Broeke zieht Bilanz.

Der aufblasbare Gummi-Flamingo thront noch immer über der Freiluft-Gaststätte. Nur die Fahne «auf Halbmast» deutet es an: Die in diesem Jahr erstmals betriebene Sommerlounge «Badmeister» auf dem südlichen Areal des CIS-Sportzentrums folgt dem Lauf der Jahreszeiten und ist seit Ende September geschlossen. «Sobald die Temperaturen unter 20 Grad sinken, suchen die Leute die Aare nicht mehr so häufig auf», stellt Chris van den Broeke von der Salz+Pfeffer Gastro AG fest. Die zwei bis drei Grad Unterschied, mit denen die Flussnähe im Hochsommer Abkühlung verheisst, werden im Herbst zum Nachteil.

«Und so sind wir aktuell am Zusammenräumen», sagt van den Broeke weiter. Das kleine «Container-Dörfli» wird winterfest gemacht und sein Mobiliar eingelagert. Ein Teil davon kommt wieder beim Winter-Wunderland auf dem Dornacherplatz zum Einsatz, wo Chris van den Broeke als Gastropartner von Beachstyle mitwirkt.

«Am Anfang regelrecht überrannt»

Fulminant ist man am 1. Juli zur etwas verkürzten Debütsaison des Aussenbetriebs mit Biergarten, Bar, Kulinarik und Gelateria gestartet. «Wir sind am Anfang regelrecht überrannt worden», blickt Chris van den Broeke zurück: Mit dem Nebeneffekt, dass die Leute wegen langer Wartezeiten unzufrieden waren. «Wir hatten an Spitzenabenden bis zu 200 Bestellungen. Einen solchen Ansturm hatten wir nicht erwartet und waren küchentechnisch nicht vorbereitet.» Allerdings hatte man die anfänglichen Engpässe bald personell auffangen können. «Summa summarum sind wir sehr zufrieden gewesen und bei den Leuten gut angekommen.»

Besonders hat sich van den Broeke über den Gästemix gefreut. «Es waren Leute aus allen Altersgruppen beim ‹Badmeister› zu Gast.» Publikumsspitzen erreichte der Betrieb in den Sommerferien und während der Wochenenden. Bis Ende August war die Lounge, die ihre Öffnungszeiten mit der besagten Fahne signalisierte, nur an wenigen Tagen geschlossen. «Der September bescherte uns dann doch noch einige windige und regnerische Tage», sagt van den Broeke. Entsprechend habe man den Betrieb von zwei auf eine offene Bar zurückgefahren.

Kaum Zuspruch fand hingegen das Mittagsgeschäft für Berufschüler und Berufstätige in der Nähe. Dafür das Glacé-Geschäft am Nachmittag und an Sonntagen. Die Gelateria wurde durch van den Broekes Altstadt-Betrieb «Gallo Nero» beliefert. Und der Erfolg bestärkt das «Badmeister»-Team für nächstes Jahr. Der bisherige Strassenverkauf von Kugeln-Glacén soll ausgebaut werden: «Wir planen für 2020 gar eine Coupekarte.» Als Speisekarte-Hits sind am besten die Burger und die klassischen Fischknusperli über die Theke gegangen.

Rege genutzt wurde auch die nebenstehende Pumpstation für sommerliche Aare-Vehikel. Allerdings habe man einige andere Pläne auch aus Zeitgründen auf später verschoben. Eine Einstiegsstelle für Gummiböötli konnte nicht realisiert werden. Weiter soll eine ostseitige Gratis-Wiese mittel- bis langfristig ins Auge gefasst werden. «Auch sind wir nicht dazugekommen, ein Eventprogramm rund um ‹Badmeister› aufzustellen. Wir werden uns im Winter Zeit nehmen, um Ideen für Konzerte, Ausstellungen und andere Veranstaltungen zu sammeln.»

Dafür konnten erste geschlossene Gruppen und Bankette empfangen werden. Auch werden schon weitere Anpassungen für nächstes Jahr ins Auge gefasst. Geplant sind mehr witterungsgeschützte Plätze. «So wollen wir den Pavillon noch besser einpacken und überlegen uns, ein zusätzliches Zelt aufzustellen, wenn beispielsweise überraschender Platzregen eintritt», sagt van den Broeke.

Beachstyle GmbH nicht mehr dabei

Bereits kurze Zeit nach dem Start der Sommerlounge gab es erste organisatorische Änderungen. So zog sich der ursprünglich eingesetzte Betriebsleiter zurück. In die Bresche sprang für ihn Tanja Gluch, eine ehemalige «Wirthen»-Mitarbeiterin von Chris van den Broeke. Weiter musste der personelle Bestand aufgestockt werden. «Am Schluss waren es in Küche und Bar zusammen 20 Leute. So starten wir in die nächste Saison.»

Auch neu: Die Beachstyle GmbH, die «Badmeister» gemeinsam mit Chris van den Broeke unter dem Dach der Salz+Pfeffer Gastro AG aufgegleist hatte, hat sich zwischenzeitlich aus ihrer Beteiligung zurückgezogen, so der Gastronom. «Ich habe das Aktienkapital von Beachstyle übernommen. Die Mitstreiter haben festgestellt, dass sie sich mehr auf den Eventbereich konzentrieren möchten.» Die Zusammenarbeit mit Beachstyle beim Winter-Wunderland bleibt hingegen bestehen. Und im Falle der Sommerlounge bleibt von den Broeke weiterhin Pächter von Beachstyle.

Und während die Planung dieses Advents-Anlasses vom 21. November bis 22. Dezember auf dem Dornacherplatz bereits in Gange ist, wird der «Badmeister» vorerst einmal in den Winterschlaf geschickt. Nächstes Jahr soll er wieder erwachen - und zwar bereits im April.

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