Theater Mausefalle
Gute Lachmuskulatur ist bei Monty Python von Vorteil

Das Ensemble Teatro Mobile des Theaters Mausefalle zeigt zum Jahreswechsel eine breite Auswahl der Sketches der britischischen Komiker- und Satireformation Monty Python auf deutsch. Diese kommen auch in Solothurn gut an.

Drucken
Teilen
Klamauk made in Britain: Mit den Darstellern (v.l.) Melina Maspero, Johnny Sollberger und Remo Streit

Klamauk made in Britain: Mit den Darstellern (v.l.) Melina Maspero, Johnny Sollberger und Remo Streit

Zur Verfügung gestellt

Würde man Menschen danach fragen, was für sie das Besondere des englischen Humors ausmache, erhielte man wohl meist die Antwort: Understatement, entlarvende Direktheit, schonungslose Abgründigkeit und eine Vorliebe fürs Makabere. Wenn zu diesen Eigenschaften dann noch stupender Wortwitz, brillantes Timing und rasantes Tempo genannt werden, kann es sich nur auf die Sketches der Komikertruppe Monty Python beziehen.

Wie unverändert aktuell und umwerfend komisch die zwischen 1970 und 1972 entstandenen Sketches aus Monty Pythons Flying Circus auch heute sind, kann man derzeit im Theater Mausefalle in Zuchwil erleben. Das Ensemble Teatro Mobile, das seit langem intensiv seine besondere Liebe zum britischen Humor pflegt, zeigt zum Jahreswechsel eine breite Auswahl der bereits Klassiker- und Kultstatus geniessenden Monty- Python-Sketches auf deutsch, die die Lachmuskulatur des Premierenpublikums auf eine arge Probe stellte.

Während zwei Stunden ist niemand und nichts sicher vor dem beissenden Spott und dem schwarzen Monty Python-Humor. Alle bekommen sie ihr Fett ab: Neureiche Aufsteiger, das Militär, der Papst, Manager, Geschlechterklischees. Dass dies auf einem einheitlich guten schauspielerischen und gesanglichen Niveau geschieht, dafür sorgen die Schauspielerin (Melina Maspero) und die fünf Schauspieler (Christoph Stapfer, David Gnägi, Jörg Studer, Remo Streit, Jonathan Sollberger und Michael Wirz). Besonders hervorzuheben sind die anspruchsvollen Gesangseinlagen von Jonathan Sollberger und die gekonnte Klavierbegleitung von Remo Streit. Betont schlicht ist das Bühnenbild mit den aufgemalten Monty Python-Rosen.

Die Sketches sind durch Zwischenspiele und Übergänge miteinander verbunden, so dass die Spannung und der Fluss nicht abreissen. Eine besondere Herausforderung beim Spiel von Monty Python-Sketches besteht darin, dem Original möglichst nahe zu kommen und gleichzeitig etwas Eigenes zu erschaffen. Die stürmischen Lacher des Publikums zeigten, dass dies gelungen ist.

Der Rest besorgt der unverwüstliche Humor, der auch vor derben hör- und sichtbaren Zoten nicht zurückschreckt, so etwa im «Sit on my face song», dargeboten von Christoph Stapfer, Michael Wirz und Jonathan Sollberger. Neben so bekannten wie legendären Nummern wie «Parrot» mit dem toten Papagei, oder wie «Berufsberater», «Michelangelo und der Papst», den «Yorkshiremen», «Lumberjack», «Pralinenfabrikant» und «Army» werden auch weniger bekannte Nummern gezeigt. Die Gesangseinlagen werden englisch gesungen und behalten so ihren ganz besonderen Reiz.

Wer erleben möchte, wie sich in einem Comedy-Programm sowohl feiner wie auch deftiger Humor, bitterböse Satire, Wortwitz und erfrischende Respektlosigkeit begegnen, wird aufs Beste bedient. (mgt)

Weitere Vorstellungen: Sa, 5. Januar 20h, So, 6. Januar 17h, Fr 11.1., 20h, Sa 12.1., 20h, Fr 18.1., 20h, So 20.1.2013, 17h