Solothurn
Grünes Licht für Coop: Einkaufszentrum auf Kofmehl-Areal darf gebaut werden

Seit 10 Jahren will Coop auf dem ehemaligen Kofmehl-Areal bauen. Jetzt hat das Bundesgericht entschieden, dass das Projekt realisiert werden darf. Allerdings können die Einsprecher beim Baubewilligungsverfahren wieder eingreifen.

Andreas Kaufmann
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Auf dem Kofmehl-Areal stand die Zeit lange still.

Auf dem Kofmehl-Areal stand die Zeit lange still.

WW

Zehn Jahre reichen die Pläne eines Coop-Einkaufszentrums an der Gibelinstrasse zurück. Dennoch: Bis heute findet man auf der Brache des ehemaligen Kofmehlareals ausser Gestrüpp und Schutt gähnende Leere vor. Rechtsstreitigkeiten mit mehreren Beschwerdeführern hatten das Projekt und den dazu nötigen Gestaltungsplan bis jetzt ausgebremst. Zumindest für besagten Gestaltungsplan ist der Weg nach einem entsprechenden Bundesgerichtsurteil von Anfang Februar nun geebnet.

Die Geschichte des Kofmehl-Areals in Solothurn 1981 war der Schrottplatz der Otto Kofmehl AG noch in Betrieb
11 Bilder
Das Kofmehl-Areal 1981
Die Geschichte des Kofmehl-Areals in Solothurn
Das alte Kofmehl und der Bürorakt von Hansruedi Bader vor dem Abbruch 2004
Die Kofmehl-Leute verabschiden sich im Frühling 2004 von ihrer alten Kulturfabrik
Das Areal 2006 nach dem Abbruch der Gebäude
Im Juni 2008 ist der geplante Coop-Center profiliert
Das Areal im Januar 2009
Im Juni 2012 erweckte eine Baubaracke den Eindruck, das hier wohl bald etwas passiere
Ringsum geht es vorwärts, doch auf dem Kofmehl-Areal scheint die Zeit still zu stehen
Sogar der Himmel scheint heute auf dem Areal Trübsal zu blasen

Die Geschichte des Kofmehl-Areals in Solothurn 1981 war der Schrottplatz der Otto Kofmehl AG noch in Betrieb

Alois Winiger

Nur Hans Andreas Bühlmann, letzter Einsprecher und Eigentümer einer benachbarten Liegenschaft, hatte genügend Schnauf, um den langen Gang durch die Instanzen bis nach Lausanne durchzuziehen. Und so verzeichnete Bühlmann vor sieben Jahren bereits einen Etappensieg: Damals kam das Bauprojekt zu Fall, weil es nicht im kantonalen Richtplan definiert worden war. Nach mehrfacher Überarbeitung hielt das Bauprojekt dann Bühlmanns Einwänden dann vor allen Instanzen stand. Noch vor Bundesgericht machte der hartnäckige Einsprecher aber einen weitreichenden Beschwerdekatalog geltend.

Der Entscheid des Bundesgerichts gegen Bühlmanns Beschwerde wurde erst jetzt publik. Entsprechend wenig über die weiteren Schritte ist daher von offizieller Stelle zu hören: «Coop ist erst seit Kurzem in Kenntnis über den Bundesgerichtentscheid», sagt Désirée Schmid, Mediensprecherin der Verkaufsregion Bern. «Coop wird die Planung und Projektierung des Projekts neu aufgreifen. Über die nächsten Schritte werden wir zum gegebenen Zeitpunkt informieren.»

Weitere Schritte sind möglicherweise wieder von der Gegenseite zu erwarten. So können Einsprecher nun auch wieder ins konkrete Baubewilligungsverfahren eingreifen. Theo Strausak, Rechtsvertreter von Coop Nordwestschweiz, schliesst nicht aus, dass Hans Andreas Bühlmann auch auf diesem Instanzenweg intervenieren könnte.

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