Stadt Solothurn
Grossbaustelle Vorstadt: Es wird noch lange keine Ruhe einkehren

Seit gut einem Jahrzehnt wird in der Vorstadt Solothurn gebaut. «Ramada», Rötibrücke, Bahnhofplatz, Perron 1 und die Umgestaltung des Kreuzackerpark sind nur einige Beispiele. Wer denkt es kehrt bald einmal Ruhe ein, der irrt gewaltig.

Wolfgang Wagmann
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Die Grossbaustelle Vorstadt in Solothurn – Tief im «Lande des Löchelns»
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Auch Statuen möchten offenbar ihren Teil zu den Arbeiten beitragen
Auch die fassade des Gewerbeschulhauses wird saniert
Grobes Abbruch-Material vor dem Gewerbeschulhaus
Der Bus bahnt sich mühsam seinen Weg durch das Nadelöhr der Berntorstrasse
Röhren, die verlegt werden müssen
Baustelle Wengibrücke
Die Vorarbeiten für die neue Platzgestaltung sind in vollem Gange
Die Vorstadt von ganz unten
Fernwärme-Innereien

Die Grossbaustelle Vorstadt in Solothurn – Tief im «Lande des Löchelns»

Wolfgang Wagmann

Machen Baustellen Freude? Selten. Aber die schon. Wer will dem Plunder eine Träne nachweinen. Lange genug haben wir ihn ertragen, den schrundig gewellten Granitsalat mit gelben Grienstreifen vor dem Gewerbeschulhaus. Endlich wird er weggefressen, Baggerzahn um Baggerzahn. Die durch grüne Unterschriften gerettete Linde hat man in einen Gitterkäfig gesteckt - damit nicht ein andersdenkender Traxpilot ihr doch noch den Garaus macht?

Wird die Fern- zur «Gernwärme»?

Freuen dürfen sich die Vorstädter im Kreuzacker zumindest über einen neuen Platz, von dem sie auch etwas haben. Eher gemischte Gefühle dürften dagegen beim Blick in die Endlosgräben vorne am Rossmarkt bis hin zur Wengibrücke aufkommen.

Zwar hat man unter dem aufgerissenen Asphalt die Fundamente des mächtigen Berntors entdeckt und Richtung Aare sogar eine mögliche Römermauer, die den Status der «urbs pro» (Vorstadt) historisch gesehen noch mächtig aufpolieren könnte. Aber an sich dient die ganze Locherei halt nur dem Transfer von Fernwärme aus der fernen Kebag in Zuchwil hinüber zu vorstadtfernen Institutionen wie dem Konzertsaal, der Kanti oder dem Kloster Nominis Jesu. Ob damit die Fern- zur «Gernwärme» wird?

Noch lange keine Ruhe in der Vorstadt..

Zur Freude der Vorstädter werden gleichzeitig das Italo-Lokal Il Ponte di Sole saniert und das «Berntor» zum Hotel Roter Ochsen umgebaut. Wer aber meint, dass nach gut einem Jahrzehnt fast epidemischen Bauens - «Ramada», Rötibrücke, Bahnhofplatz, Perron 1, Parkhaus Berntor, Neubau Herzog & De Meuron am Dornacherplatz, Umgestaltung Kreuzackerpark, flankierende Massnahmen an der Dornacherstrasse mit dem Kreisel Bürenstrasse sowie letztes Jahr die erste Tranche Fernwärme - nun in der Vorstadt Ruhe einkehrt, der irrt gewaltig:

Es stehen bevor der Rückbau der Berntorstrasse und des Rossmarkts, die Sanierung oder Auswechslung der Wengibrücke, der Bau der neuen Kaufmännischen Berufsschule, der Neubau des Bürgerspitals, die Sanierung der Park-and-Rail-Anlage am Hauptbahnhof und alles, was noch dazukommen kann - ausser dem Geraderichten des Krummen Turms oder dem von gewissen Kreisen gern gesehenen Wiederaufbau des Alten Berntors.

Auch bei der Altstadtseite geht die Post ab

Und die Altstadtseite? Darf sie sich auf ruhigere Zeiten freuen? Keine Angst, auch hier geht die Post ab: Umbau der bisherigen Raiffeisenbank zur Poststelle, des Hotels Krone, des Stadttheaters, des Manor-Innenhofs und demnächst in diesem Baustellentheater: den Fernwärme-Leitungseinbau im Storchenplatz. Was die BSU-Chauffeure jetzt schon gewaltig ins Grübeln bringt.