Goldener Herbst
Solothurner Wetter im Oktober: Ein sonniger Monat hat auch Schattenseiten

Der Wetter-Rückblick auf den vergangenen Monat zeigt: In Solothurn war es auch im Oktober viel zu trocken. Die Sonne sorgte für einige goldige Herbstmomente.

Wolfgang Wagmann
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Die vertrockneten Sonnenblumen lassen die Köpfe hängen.

Die vertrockneten Sonnenblumen lassen die Köpfe hängen.

Bruno Kissling

Über weite Strecken war der Oktober 2021 in unserer Region ein goldener, auch wenn der älteste Solothurner gegen das Monatsende wie immer zunehmend seinen grauen Schleier aus der Ecke holte. Mit einem Mittel von 9,6 Grad blieb der Monat eine Spur kühler als der langjährige Durchschnitt.

Weit unter den Normalwerten fiel jedoch der Niederschlag aus: In Solothurn kamen nur gerade 28 Liter oder Millimeter pro Quadratmeter zusammen, im Wallierhof Riedholz auch bloss 31,4 Liter Regen – was gerade einmal einem Viertel des Oktober-Solls entspricht. Damit ist auch der zweite Herbstmonat deutlich zu trocken ausgefallen.

Mehr als die Hälfte dieser bescheidenen Menge brachte die erste Oktoberwoche, wobei am ersten Tag des Monats gar noch die 20 Grad geknackt worden waren. Ab dem 3. Oktober machte sich die Sonne allerdings dann ziemlich rar. Mit dem Aufbau von Hochdruckeinfluss in der zweiten Woche sorgte jedoch tagelang der Nebel kombiniert mit Bise für eher kühlere, nur noch einstellige Werte vor allem in den Morgenstunden.

Immerhin konnte sich die Sonne in dieser Phase noch jeweils auf den hin Mittag durchsetzen. Am 13. Oktober trübte eine schwache Störung den Altweibersommer, doch die dritte Woche brachte den bekannten Oktober-Blues zurück, und das Thermometer erklomm mittags noch durchaus die 15-Grad-Marke.

Nur frühmorgens ein Hauch von Winter

Sie sorgen um diese Jahreszeit immer für etwas Nervosität, die Langzeitmodelle, die uns einen Wintereinbruch verheissen. Eigentlich ist erster Schnee auf dem Weissenstein im Oktober eine Tradition, doch alle weissen Prophezeiungen lösten sich bei näherem Hinsehen jeweils wieder im Nichts auf. Im Gegenteil: Auch das letzte Oktober-Drittel zeigte sich von der ausgesprochen sonnigen Seite, vor allem für jene, die auf den grünen Jurahöhen das neblige Aaretal hinter sich liessen. Nur erster Morgenfrost liess erahnen, dass bald andere Zeiten anbrechen könnten.

Ab dem 27. Oktober drückte allerdings das grau wabernde Nebelmeer der Region doch deutlicher den Stempel auf; die Suppe mit einer Obergrenze zwischen 700 und 1000 Metern löste sich jeweils erst mitten im Nachmittag auf. Ideale Bedingungen für die Jura-Berggasthöfe und die Seilbahn Weissenstein, die nun sehr gute Frequenzen verbuchen konnte.

Nur ein kurzer kalter Gruss

Der November ist nass gestartet und es dürfte noch so viel kühler werden, dass es morgen früh sogar für ein weisses «Schüümli» auf dem Weissenstein reichen könnte. Dann aber erfährt der bisher so trockene Herbst eine längere Fortsetzung; ja einiges deutet gar darauf hin, dass es pünktlich ab dem 11. November zum obligaten «Martinisömmerchen» mit Temperaturen bis zu 15 Grad kommt! Doch wer sehnt sich jetzt schon nach Schnee und Eis bei den aktuellen Energiepreisen…

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