In zwei Wochen jährt sich das provisorische Verkehrsregime in der Berntor-strasse: Seit dem 21. Oktober 2013 müssen die BSU-Busse vor zwei Ampeln am Rossmarktplatz und am Südende der Wengibrücke Grün abwarten, ehe sie den künstlich geschaffenen Engpass in der Berntorstrasse durchfahren dürfen. Eine weisse Linie am Boden markiert, wie breit hier künftig das Trottoir ausgebaut werden könnte. Könnte, denn mit dem Entscheid, ob die Busse weiterhin kreuzen dürfen oder nicht, tut sich das Stadtbauamt sichtlich schwer. Videokameras hatte man eingebaut, um die Verkehrsabläufe festzuhalten, denn nicht nur die künstlich geschaffene Enge in der Vorstadt-Häuserschlucht war neu, auch das Verkehrsregime wurde völlig anders definiert. Und so verschob man das Ende der Versuchsphase laufend, zuerst von Ende Februar auf den Juni, dann auf «nach den Sommerferien» und jetzt solls nochmals etwas länger dauern.

Nun «eher zentriert»?

«Ein definitiver Entscheid ist noch nicht gefällt. Wir sind jedoch immer noch daran, neue zusätzliche Erkenntnisse zu gewinnen», versicherte gestern Andrea Lenggenhager, Leiterin Stadtbauamt, auf Anfrage. Neu werde die Fahrbahn der Berntorstrasse bei der Einspur-Variante für den BSU «eher zentriert» werden. Gegenüber der heutigen provisorischen Markierung ergebe dies eine Verschiebung nach Osten, womit auch das Trottoir im Westen, also auf der Seite des «Adlers», breiter gestaltet werden könnte. Dies allerdings zuungunsten des Streifens vor der «Sonne» und dem Hotel Roter Ochsen. «Diese Verschiebung der Fahrbahn wird in den nächsten zwei Wochen nochmals neu markiert werden», so Lenggenhager. Auch sei man daran, zum Verkehrsregime noch Varianten auszuarbeiten, die «gewissen Punkten wie der Krummturm-Unterführung Rechnung tragen soll.»

Bis Ende Jahr soll Entscheid her

Neben dem BSU, der das Kreuzen seiner Busse favorisiert, um den Fahrplan zu halten, machen sich zwei Gruppierungen in der Vorstadt für je eine Variante stark. 14 Anstösserparteien der Berntorstrasse hatten die «Schmalspurvariante» für den Bus angeregt, um mehr Platz für Fussgänger und Beizen zu erhalten. Darunter auch die einflussreiche Vereinigung Pro Vorstadt, dessen Präsident Martin Tschumi eine Geschäftsliegenschaft am westlichen Rand der Berntorstrasse besitzt.

Im Mai allerdings hatte sich eine Gruppe Anwohnerinnen und Anwohner mit einer breit abgestützten Petition beim Stadtpräsidium kritisch gegen das neue Verkehrsregime gewandt und besonders auf die Gefahren beim Passieren der Krummturm-Unterführung hingewiesen. «Ende Oktober findet eine Zusammenkunft und Information beider Gruppen – Befürworter der Doppelspurigkeit einerseits und der Einspurigkeit andererseits – statt», skizzierte Andrea Lenggenhager das weitere Vorgehen. Denn im November soll ein definitives Projekt vorliegen, das dann durch die Planungskommission, die GRK und den Gemeinderat noch bis Ende Jahr behandelt werden kann.