Solothurner Fasnacht
Gibt es bald noch eine Nacht der Nächte?

Freitagabend an der Solothurner Fasnacht soll mit Schnitzelbank und Guggen belebt werden. Nichts ändern soll sich am Donnerstag mit Chesslete, Kinderumzug und dem Höflisingen der Schnitzelbänke am Abend.

Wolfgang Wagmann
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Am Donnerstag ein Publikumsmagnet: das Höflisingen aller Schnitzelbankgruppen. Oliver Menge

Am Donnerstag ein Publikumsmagnet: das Höflisingen aller Schnitzelbankgruppen. Oliver Menge

«Die Idee ist, den Freitag neu zu beleben. Aber das Ganze darf nie zu einer Gefährdung des Donnerstags werden.» Max Kaeser, neuer Ober Ober der Vereinigten Fasnachtsgesellschaft Solothurn UNO, unterstützt das Projekt, das vor allem in den Kreisen der Guggenmusiken Solothurn GUSO entstanden ist, und einen eifrigen Befürworter in der Person des ebenfalls neuen Musignarrs, dem Weihere Schränzer Thomas Nyffenegger, hat.

«Wir stehen als UNO hinter der Belebung des Freitagabends und unterstützen das Ganze auch mit Werbung», blickt Kaeser auf das diesjährige, durch einen neuen Punkt ergänzte Fasnachtsprogramm.

Singen in zwei Höfli

Nichts ändern soll sich danach am Donnerstag mit Chesslete, Kinderumzug und dem Höflisingen der Schnitzelbänke am Abend. «Doch hat vor allem der Donnerstagabend schon gelitten», stellt auch der neue Ober Ober nüchtern fest – da in der heutigen Arbeitswelt die Fasnacht immer weniger Platz habe. Bessere Karten gibt man deshalb dem Freitagabend, da die meisten Leute anderntags ausschlafen können. «Aus einer Umfrage bei den Guggen und den Schnitzelbänken ist deshalb die Idee entstanden, an mehreren Orten in der Stadt im Wechsel aufzutreten und so den Freitagabend aufzuwerten.»

Dazu wolle man die bereits vorhandene Infrastruktur zweier bestehender Anlässe doppelt nutzen: Die Bühne des Höflisingens im Gemeindehöfli ebenso wie das überdachte Höfli des Schulhauses Kollegium in der Goldgasse, wo am Samstagmorgen jeweils der Ambassdore Bäse seinen Gönner-Anlass durchführt. «Damit bleibt auch das finanzielle Risiko in einem bescheidenen Rahmen», gibt Max Kaeser zu bedenken.

Im Visier hat er auch die fasnächtliche Attraktivierung der Vorstadt am Freitagabend und denkt dabei an Gugge-Auftritte rund um den Brunnen im Unteren Winkel. «Die Auftritte in den beiden Höfli sollten jedoch allerspätestens gegen 23 Uhr vorbei sind, damit noch etwas Platz für die Zirkulation auch in den Restaurants bleibt.» Bisher hätten fünf Schnitzelbänke und sieben Guggen Interesse bekundet, sich am Freitagabend zusätzlich zu engagieren.

Keine Freinacht

Dazu ist die Zeit relativ knapp bemessen, denn ausgerechnet die Nacht vom Freitag auf den Samstag zählt nicht als allgemeine Fasnachtsfreinacht, wie Abklärungen bei der Handels- und Gewerbepolizei ergeben haben. «Wenn also ein Wirt länger machen will, muss er selbst für eine entsprechende Freinacht-Bewilligung sorgen», macht der Ober Ober klar, dass sich die UNO nicht um diese Rahmenbedingung kümmern wird. «Es wird jedoch für die Auftritte in den beiden Höfli ein Programm geben, damit alles geordnet abläuft.» Noch nicht für die Allgemeinheit geöffnet dürfte am Freitag, 17. Februar, die für den «Ballzillus» vom Samstag dekorierte Säulenhalle sein, weil an diesem Fasachtsfreitagabend wie immer im Landhaus der Behindertenmaskenball stattfindet. Im weiteren lege die GUSO Wert drauf, dass im Gegensatz zum Samstagabend, am dem auch auswärtige Guggen willkommen sind, der Freitagabend den GUSO-Mitgliedern – insgesamt 15 Formationen – vorbehalten sein soll.

Für Max Kaeser ist das Ganze einen Versuch wert. Sollte das Echo bescheiden sein, «brechen wir die Übung halt wieder ab. Und über den Donnerstag diskutieren wir nicht, den wollen wir unbedingt beibehalten», wehrt er sich dagegen, dass mit dem «Aufpolieren» des Freitags der traditionelle erste Fasnachtstag, der «Schmutzig Donnschtig», noch mehr in Schieflage geraten könnte.

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