«Kaktus»
Gibt die älteste Rockband Solothurns ihr letztes Album heraus?

«Kaktus», die wohl älteste Rockband Solothurns, hat ein neues Album am Start. Es könnte ihr letztes sein.

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Duco Aeschbach im Element.

Duco Aeschbach im Element.

Was soll es bedeuten, dass die Rockband «Kaktus» ihr frischgepresstes und bald erscheinende Album unter dem Arbeitstitel «Last Trip» produziert hat? Duco Aeschbach, Initiant der Scheibe und Mitbegründer der 49-jährigen Truppe, erklärt die ominöse Andeutung auf den «letzten Ausflug»: «Ich kann nicht verschweigen, dass ich 70 geworden bin.»

Und ohne, dass der umtriebige Altrocker so förmlich und hochoffiziell den Schlussstrich unter die Band zöge, kommt kurz vor dem halben Rock-Jahrhundert die CD unter dem offiziellen Namen «Back to the Future» heraus – mit neu produzierten, wieder aufgelegten, gecoverten und noch unentdeckten eigenen Songs der geschichtenreichen und stacheligen Rasselbande.

Umtriebige Bandgeschichte

1969 von Schlagzeuger Aeschbach gegründet, durcherlebte die wohl älteste Solothurner Rockband überhaupt alle möglichen Witterungen von heiter bis stürmisch. In Erinnerung blieben ihre Einsätze als Vorgruppe von Rod Stewart oder «Status Quo», ebenso aber berühmte «Besatzungsmitglieder» wie Cemu Spadino, Marco Dermeli oder Thomi Kiefer. Nach einem kurzen «Gastspiel» gründete Chris von Rohr unter anderem zusammen mit zwei «Kaktus»-Mitgliedern 1975 die Band «Krokus».

«Kaktus» selbst wandelte sich: Bald mauserte sich Bandroadie Crown Kocher zum Gitarrenhirsch, und zusammen mit Mark Brönnimann und Fredy Lysser wurde 1976 quasi «Kaktus 2.0» aus der Taufe gehoben. Bald machte sich das Rockquartett mit Stücken wie «Bombe Multi Spitze Super Irre Wahnsinns-Hit» und «Stützlisex» auch als Mundartgruppe einen Namen. Nach weitere umtriebigen Band-Jahrzehnten zwischen Erfolgsmomenten und Stillstand, zwischen Abgängen und Neuzugängen starteten «Kaktus» 2013 mit ihrer letzten CD «No time to die» durch, die klar als Kampfansage gegen das Ende der Band verstanden werden kann.

Doch wie schauts heute aus? Denn die klare Antwort zum Sein oder Nichtsein ist Duco Aeschbach bis zu diesem Punkt noch schuldig geblieben. Markiert nun also die Platte gleichzeitig auch den definitiven Abschied von «Kaktus» von den Rockbühnen der Region? «Wenn die CD beim Publikum so richtig einfahren solle, könnten wir es uns noch einmal überlegen...», sagt Duco Aeschbach. Eine grosse Rockfete zum Fünfzigsten ist allemal nicht geplant – bislang... (ak)

CD-Taufe Sa, 31. März um 20.30 Uhr in der Mehrzweckhalle Attiswil.