Solothurn
Gesellschaft der Zenti-Freunde wandelte sich von der Unterstützerin zur Partnerin

Die Gesellschaft der Freunde der Zentralbibliothek Solothurn gibt es seit 50 Jahren. Das wurde gefeiert. Peter von Sury, Abt von Mariastein, sprach am Anlass.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Der Abt von Mariastein, Peter von Sury sprach vor den Jubliäumsgästen.

Der Abt von Mariastein, Peter von Sury sprach vor den Jubliäumsgästen.

Hanspeter Baertschi

«Ich könnte auch ein Buch schreiben», meinte Gastreferat Abt Peter von Sury, vor rund 50 Gästen, die gekommen waren, das Jubiläum der Gesellschaft der Freunde der Zentralbibliothek Solothurn zu feiern. Der Abt von Mariastein sprach in einer sehr freien Rede vor allem über Bücher, die sein Leben beeinflussten.

Solche über die Kriegsgeneration, die Klosterregel des Heiligen Benedikt, das «Heidi» von Johanna Spyri, die Bibel, oder Gedichte von Josef von Eichendorff. Viele Bücher habe er in seinem Leben schon gelesen, doch bei vielen Werken habe er dies erst noch vor. Schliesslich meinte er, «sein» Buch habe er noch nicht geschrieben und werde es vielleicht auch gar nie tun.

Max Flückiger, Präsident der Gesellschaft der Freunde seit 2012, gab einen chronologischen Abriss seit der Gründung der Gesellschaft vor 50 Jahren bis zum heutigen Tag. Im Dezember 1965 wurde die Gesellschaft Freunde der Zentralbibliothek Solothurn ins Leben gerufen. In den Gründungsakten sei nachzulesen, dass die Gönner-Tradition für die Zentralbibliothek schon länger bestünde.

Die ehemalige Stadtbibliothek und die spätere Kantonsbibliothek wurde durch die Zusammenlegung verschiedener Buchbestände, nicht nur jener der bekannten Klosterbibliotheken, sondern auch dank verschiedener Familienbibliotheken, möglich. 1962 machte Otto Dübi, der eigentliche Spiritus rector des Vereins, Vereinstätigkeit mit finanziellen Zuwendungen möglich. Noch lebende Gründungsmitglieder sind Verena Altenbach, André Kamber und Hugo Stüdeli.

Faksimile und Bibliophiles

Die Gesellschaft Freunde der Zentralbibliothek hat die Aufgabe, die Zentralbibliothek und deren Bestände zu fördern. In den ersten Jahren wurden vor allem Faksimile und bibliophile Drucke, sowie bibliophile Gesamtausgaben durch den Verein angekauft. In den 1970er Jahren ruhte die Vereinstätigkeit ein wenig, sei in den alten Protokollen nachzulesen, erzählte Flückiger.

Gründe dafür war eine finanzielle und personelle rückläufige Entwicklung. 1980 nahm man einen neuen Anlauf, mit Viktor Egger an der Spitze. Die finanzielle Situation beruhigte sich und 1989 konnten sich die «Freunde» an den Kosten für eine Faksimile-Ausgabe des einzigen, in einer Schweizer Bibliothek vorhandenen spätmittelalterlichen Fechtbuches beteiligen. 1991 wurde mithilfe des Lotteriefonds des Kantons Solothurn für 10 000 Franken die bekannte Ansichtskartensammlung mit etwa 6 000 Karten von Paul Feser angekauft.

Dieser Ankauf ritzte damals am Vereinsgrundsatz, nur Beiträge an wertvolle Bücher zu sprechen. Entsprechend wurden die Vereinsstatuten geändert. Man beschloss, dass wichtige, anderweitig nicht finanzierbare Aufwendungen zugunsten der Zentralbibliothek finanziert werden können. Dies führte dazu, dass der Verein 1997 die Kosten für die Umbenennung der Bushaltestelle vor der Zentralbibliothek von «Pflug» in «Zentralbibliothek» übernahm.

2006 wurden Beiträge für die Restaurierung der «Froschauer Bibel» und der «Seuttler-Atlanten» im Betrag von 15 000 Franken gesprochen, sowie die Anschaffung von Sesseln in der Eingangshalle bewilligt. Heute hilft der Gönnerverein auch zukunftsgewandte und publikumsrelevante Anschaffungen mitzufinanzieren: So 2012 ein Buchscanner samt Bildschirm, sowie ein Gerät, mit dem verhindert werden kann, dass beim Kopieren Buchrücken gebrochen werden.

Noch vieles aufzuarbeiten

Co-Direktor Peter Probst erinnerte sich noch an die «legendären» Bildungsreisen, welche die «Freunde», sowie er mit dem Bibliothekspersonal miterlebt hatten. Er meinte zudem, in der hauseigenen Buchsammlung stünde noch eine Reihe von zu bearbeitenden und restaurierenden Beständen, die beitragswürdig seien. Im Sommer, nach seiner Pensionierung werde auch er den «Freunden» beitreten.

Verena Bider, Co-Direktorin, meinte zum Gönnerverein: «Zuerst war es eine Gesellschaft, die wünschenswerte bibliophile Ankäufe ausserhalb der eigenen Sammlung möglich machte. Dann wurde sie Unterstützerin in Notzeiten und heute ist sie zu einer Partnerin geworden.» Heute stünde weniger das einzelne schöne Buch im Zentrum der Zuwendungen, als viel mehr die Pflege, Erforschung und Aufarbeitung der Bestände als Ganzes. Für diese Arbeiten sei man weiterhin auf die pekuniäre, aber auch ideele Unterstützung der «Freunde» angewiesen.

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