Sing- und Stimmbildungstag

Gesang aus 100 Kehlen wird zum akustischen Ereignis

Co-Kursleiterin Brigitte Scholl konnte die Singenden mit viel Engagement «packen».

Co-Kursleiterin Brigitte Scholl konnte die Singenden mit viel Engagement «packen».

Fast 100 Singbegeisterte nahmen am Sing- und Stimmbildungstag des Solothurner Kantonal-Gesangvereins in der Stadt Solothurn teil.

Wenn Gesang aus fast hundert Kehlen kommt, wird dies für die Singenden selbst und für Zuhörende zum akustischen Ereignis. Der Stimmbildungstag unter der Leitung von Brigitte Scholl und Mario Ursprung machte alle Teilnehmenden glücklich.

Es ist bekannt, dass Musik über heilende Kräfte für Seele und Körper verfügt. Wenn zudem aber mit den beiden musikalisch und pädagogisch kompetenten Kursleitern Brigitte Scholl und Mario Ursprung an Stimmtechnik, Sprache, Rhythmus, Einbezug des ganzen Körpers und an der Gestaltung von unterschiedlichen Liedern gearbeitet wird, dann wächst die Zufriedenheit. Besonders wenn das Resultat allen Beteiligten gefällt. Aus 18 von 45 solothurnischen Verbandschören aller Bezirke und einem befreundeten Gesangverein nahmen 97 Sängerinnen und Sänger am Sing- und Stimmbildungstag in Solothurn teil.

Wie etwa der junge Raphael Schöni vom Gemischten Chor Matzendorf, der als dortiges Neumitglied Erfahrung sammeln wollte und vom Erfolg des Anlasses hell begeistert war. Als früherer Angehöriger der Jugendmusik Grenchen habe er sowieso ein Faible für Musik, meinte er. Gut gefallen hat die lehrreiche Veranstaltung auch Lisa Gautschi von Les Chanteurs de Soleure. Wie ihre Chor-Kolleginnen war sie als langjährige Sängerin angetan vom «Sacré Feu», mit dem ihr Chorleiter Ursprung auch hier alle Singbegeisterten mitriss. Ebenso gelang es Stimmbildnerin Scholl bei ihren Einstudierungen, aus Einzelstimmen einen geschlossenen Klang zu formen und zudem der Aussagekraft der Texte Gewicht zu verleihen.

Für die beiden Ateliers, in die alle vier Stimmlagen – dank genügend Männerstimmen – zugeteilt waren, hatten die Verantwortlichen ein Faltblatt mit Liedern zusammengestellt, die heutige, stilistisch vielseitige Chorliteratur abbilden. In Mundart nach einem «Ostinato Plus» von Johann Pachelbel erklang ein eigens für den Singtag von Ursprung komponiertes Lied «Chumm sing mit mir» als verheissungsvoller Auftakt. Von Kurt Gnos folgte ein «Swing-Kanon», der fast «jazzig» in einer «blue note» endete und laut Scholl zum «swingenden Sitzen» mit geradem Rücken anregte. Als Hit aus dem Bernstein-Musical «Westside-Story» gefiel «I like to be in America», das mit feurigem Klatschen des Sechsachteltaktes eröffnet wurde. Neben bekannten Frühlingsliedern wurde aus dem «Tanzlied am Ende» mit Worten von Silja Walter und Musik von Mario Ursprung ein gelungenes Werk, das allen Mitwirkenden und dem zuhörenden Kantonalvorstand richtige Freude bereitete.

«Dieser Singtag hat sich für alle gelohnt», zeigte sich Beat Schöni, Präsident des Solothurner Kantonal-Gesangvereins, mit dem Erreichten zufrieden; zumal das Ergebnis auch den angeschlossenen Chören zugutekomme. Die Anwesenden, die ja häufig im Heimatverein in zahlenmässig kleiner Besetzung singen, haben neben den vielfältigen Impulsen das Klangerlebnis der Vielstimmigkeit innerhalb der grossen Gruppe genossen.

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