Persönlich
Geradelt – gerädert!

Theodor Eckert
Theodor Eckert
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«Velofahren ist so eine tolle Sache. Zumindest im Normalfall. Hier geht es um eine Ausnahmesituation.»

«Velofahren ist so eine tolle Sache. Zumindest im Normalfall. Hier geht es um eine Ausnahmesituation.»

Andreas Kaufmann

Muss etwas jammern. Nein, nein, der Grund ist nicht die anstehende Hitzewoche. Schliesslich leiden wir hier (noch) weit mehr unter Nebel- als unter Hochsommertagen. Es geht um die verflixte Velofahrprüfung, welche die Schüler gestern Montag bestehen wollten. Grrrr..., das ist Stress der gröberen Art. Happiger als das Erlangen des Trucker-Brevets im
vorigen Jahrhundert.

Richtig, die Rede ist nicht von den Kids, die motiviert sind und ihren Spass daran haben. Es geht um die Mütter und Väter. Um die verflixten Übungsfahrten. Ha, wenn Sie wüssten.

Die Rundstrecke hat es nämlich in sich: Vom Quartiersträsschen in die Hauptverbindungsachse, im Nacken ein Bus, vorne am Blicklicht vier Autos, wieder in die Nebenstrasse, Augen auf, die Türe eines parkierten Kleinwagens öffnet sich tätsch-bumm, eine künstlich hingemalte Stoppmarkierung zwingt zum Anhalten, den folgenden Kreisel schön brav im Gegenuhrzeigersinn durchradeln, natürlich immer wieder Handzeichen geben, nach links und rechts schauen, gegen Ende des Parcours artig einspuren, die leichte Steigung stramm durchtreten – geschafft.

Wo das Problem liegt? Natürlich nicht an der Streckenführung oder an der Länge des Rundkurses. Alles bestens. Es die permanente Kritik des Prüflings an seinem elterlichen Begleiter: Du hast kein Handzeichen gegeben! Du hast nicht nach rechts geschaut! Du hast die falsche Spur gewählt! Wie hast du eigentlich die Fahrprüfung bestanden? Schon gut, habe verstanden. Gelobe Besserung. Übrigens, morgen Mittwoch gibt es noch einen Theorie-Test. Dieses Üben verlief in etwa nach demselben Muster. Höchste Zeit, das Thema abhaken zu können. So, fertig gejammert.

theodor.eckert@azmedien.ch