Solothurn
Gerade mal ein Drittel kam an die Altersehrung – das sorgte für Kopfschütteln

Wenn die Stadt Solothurn alle ab 75 Jahren zur Altersehrung einlädt, kommen zwar viele – aber zwei Drittel bleiben zu Hause.

Katharina Arni
Drucken
Teilen
Altersehrung 2018 der Stadt Solothurn
20 Bilder
Altersehrung 2018 der Stadt Solothurn
Teilnehmen darf, wer über 75 Jahre alt ist und in Solothurn wohnt
Die Ehrung fand im Landhaus statt
1845 Einladungen hatte das Stadtpräsidium an die älteren Einwohnerinnen und Einwohner verschickt.
467 Personen haben sich angemeldet.
Altersehrung der Stadt Solothurn
Altersehrung der Stadt Solothurn
Altersehrung der Stadt Solothurn
Altersehrung der Stadt Solothurn
Altersehrung der Stadt Solothurn
Altersehrung der Stadt Solothurn
Altersehrung der Stadt Solothurn
Altersehrung der Stadt Solothurn
Altersehrung der Stadt Solothurn
Altersehrung der Stadt Solothurn
Altersehrung der Stadt Solothurn
Altersehrung der Stadt Solothurn
Altersehrung der Stadt Solothurn
Altersehrung der Stadt Solothurn

Altersehrung 2018 der Stadt Solothurn

Hanspeter Bärtschi

Wer in der Stadt Solothurn 75 Jahre alt ist, erhält jedes Jahr im Oktober spezielle Post aus dem Stadtpräsidium. Es ist noch nicht allzu lange her, näherte man sich in diesem Alter bereits dem Lebensende, doch heute ist alles ganz anders. Wer gestern im Landhaussaal in die Runde blickte, sah aufgestellte, wache Menschen, die mit den Tischnachbarn angeregte Gespräche über Gott und die Welt führten und es sich als Gast der Stadt wohl ergehen liessen.

«Die Altersehrung ist für die städtischen Behörden etwas Besonderes», liess denn auch die Leiterin der Sozialen Dienste, Domenica Senti, die zur Altersehrung erschienenen Seniorinnen und Senioren wissen. 1845 Einladungen hatte das Stadtpräsidium an die älteren Einwohnerinnen und Einwohner verschickt. Das sind 48 mehr als im Vorjahr, was klar belegt, dass die Menschen auch in Solothurn immer älter werden.

Für den an zwei Tagen durchgeführten Anlass hatten sich insgesamt 467 – im Vorjahr 416 – Personen angemeldet. «Die Organisation der Altersehrung ist für mich eine Herzensangelegenheit, und ich fühle dabei jeweils eine grosse Dankbarkeit», freute sich die Sekretärin des Stadtpräsidiums und Organisatorin des Ereignisses, Rahel Laubscher, als sie die vielen fröhlichen Leute sah.

Warum kommen so Viele nicht?

«Ich schätze die gute Organisation und freue mich immer auf diesen Tag», sagte Renate Würsten, kurz nachdem der 110-köpfige Schülerchor der 5. und 6. Klasse des Schulhauses Hermesbühl die Anwesenden mit vier Liedern, drei davon in Englisch, auf eine musikalische Zeitreise mitgenommen hatte. «Es war schön, dass man mitsingen konnte», befand die Rentnerin, die selbst Chorerfahrung hat.

Der Älteste ist Emil Kölliker

Folgende 51 Personen ab 90 Jahren wurden und werden im Landhaus speziell geehrt: Emil Kölliker (98 Jahre), Gertrud Rothenbühler, Greti Ott, Rolf Heim, Hans Gysin, Urs Bünzly (alle 97 Jahre), Martha Baumgartner, Lisa Baumgartner, Hedwig Henzi (alle 96 Jahre), Erna Wächter, Maria Stierli, Walter Zobrist, Anton Cadotsch (alle 95 Jahre), Paul Naef, Margrit Gugerli, Josef Bargetzi, Marie Sender (alle 94 Jahre), Gerhard Bär, , Margarita Leuenberger, Ginette Schmidlin, Maria Rudolf von Rohr (alle 93 Jahre), Marlis Wüthrich, Alma Vogel, Helena Kupferschmied, Maria Röthenmund, Berta Stampfli, Angelo Ballachino, Ernst Baumgartner, Erna Lux, Eugine Egger, Blanka Kauffungen (alle 92 Jahre), Pauline Beer, Theodor Bösch, Carlo Frigerio, Martha Heim, Maria Maier, Odette Pauli, Pia Rittler, Wilhelm Flury, Berta Hagmann, Helmut Liebendörfer, Herta Platzer, Elisabeth Zwahlen (alle 91 Jahre), Gertrud Hotz, Myrtha Heynen, Gabrielle Mercier, Maria Theresia Schüpbach, Martina Brandner, Bertha Lisibach, Marianne Lüthy und Anna Marie Reinert (alle 90 Jahre). (mgt)

Violetta Gerber lagen vor allem die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer am Herzen. Diese nahmen die kleinen Glücksbringer, die sie grosszügig verteilte, mit Freude entgegen. Der Rentnerin, die seit dem Tod ihres Ehemannes in Solothurn wohnt, kommt die Altersehrung gelegen: «Ich bin gerne mit Leuten zusammen und freue mich, wenn ich neue kennenlerne.»

Alt Bürgerammann Christoph Oetterli outete sich als Neuling unter den Gästen und fühlte sich bereits heimisch: «Ich habe mir speziell einen Tisch mit Leuten ausgesucht, die ich kenne.» Wie auch anderen fiel es ihm nach seinem Debut schwer zu verstehen, weshalb nicht einmal die Hälfte der Geladenen vom Angebot der Stadt Gebrauch macht. Offenbar sei noch viel Überzeugungsarbeit nötig, um auch den anderen zwei Dritteln aufzuzeigen, dass der Anlass insbesondere Junggebliebenen etwas zu bieten hat.

Das sah jedenfalls Eugen Lutz so, der zum elften Mal an der Altersehrung dabei war. Vor allem die Ansprache von Stadtpräsident Kurt Fluri weckt jeweils sein Interesse: «Es ist schön zu hören, dass es der Stadt gut geht, und was in der nächsten Zeit so auf uns zukommt.»

Ein musikalischer Blumenstrauss des Ländlermusik-Quartetts rundete im zweiten Unterhaltungsblock vor dem Dessert den gemütlichen Nachmittag ab. «Es isch wieder einisch schön gsy», schwärmte eine ältere, hübsch zurecht gemachte Dame an der Garderobe, bevor sie sich zufrieden auf den Heimweg machte. Und ein ebenso zufriedener Herr sagte zu seiner Tischnachbarin vor dem Landhaus: «Vielleicht könnten wir ins ja einmal zu einem Kaffee treffen?»

Aktuelle Nachrichten