Rythalle AG Solothurn

Geplatzter Reithallen-Anbau kostete viel, neues Projekt wird günstiger

Dieser Anbau sollte ersetzt werden  vorne einer der beiden Bäume, der dem Projekt im Weg stand.

Dieser Anbau sollte ersetzt werden vorne einer der beiden Bäume, der dem Projekt im Weg stand.

Die Rythalle AG wollte im Sommer den Neubau eines Pavillons als Ersatz für den bestehenden Anbau starten. Doch das Projekt musste abgebrochen werden. Das kostete einiges, doch ein neues, abgespecktes Projekt soll «nur» noch 3,25 Mio. Franken kosten.

«Eigentlich sollte unsere Generalversammlung jetzt auf dem neu erbauten Untergeschoss stattfinden«, erklärte Verwaltungsratspräsident Tobias Jakob vor 81 Aktionären der Rythalle AG im HESO-Restaurant Emmenpark. Und war damit beim Hauptgeschäft angelangt: dem im Frühling abgebrochenen Projekt für einen neuen Reithallen-Anbau. Dabei hätten nicht nur die beiden Bäume hinter der Reithalle eine Rolle gespielt –die Stadt verweigerte das notwendige Fällen - sondern auch die Kostenentwicklung des Projekts, so Jakob. Dazu seien schwer abschätzbare Risiken gekommen, wie beispielsweise eine mögliche Altlastenentsorgung beim Aushub. «Wir haben rechtzeitig die Stopptaste gedrückt», betonte deshalb der Präsident. Doch bleibe für die AG die Ausgangslage die gleiche: «Wir haben eine veraltete Infrastruktur und müssen auch die Reithalle selbst renovieren.»

Neues Projekt ohne Untergeschoss

Vor diesem Hintergrund wolle man ein reduziertes Projekt umsetzen. So verzichtet die Rythalle AG auf die Unterkellerung, was natürlich einen Verlust an Lagerraum mit sich bringe und den Einbau der Gebäudetechnik oben bedinge. «Nach heutigen Erkenntnissen gehen wir von Kosten in der Höhe von rund 3,25 Mio. Franken aus.» Architekt bleibe Marc Spirig, «er geniesst unser Vertrauen», erklärte Tobias Jakob. Noch würden mehrere Varianten geprüft, fest stehe aber, dass der Haupteingang nicht hinten, sondern vorne bei der Reithallen-Südfront bleibe. Der Zugang hinten mit dem Vorplatz hatte beim ersten Projekt nicht mit den zwei Bäumen in Einklang gebracht werden können.

Der Bau des nun aufgegebenen Untergeschosses hätte im Mai beginnen sollen, nun sieht man das Zeitfenster für den Neubau erst «nach der HESO 2020». Weiter räumte der Präsident gewisse Kommunikationsprobleme beim gescheiterten Projekt ein: «Wir werden diesmal eng mit den Stadtbehörden zusammenarbeiten.»

Das Ganze hat eine schöne Stange Geld gekostet

«Wir wollen offen und transparent informieren», hatte der Verwaltungsratspräsident der Ryrhalle AG auch in Bezug auf die finanziellen Auswirkungen der abgebrochenen Übung versprochen. Finanzchef Markus Boss: «Insgesamt hat uns das Ganze 240'000 Franken gekostet. Davon dürften 90'000 Franken für das neue Projekt noch verfügbar sein.» Damit resultierte nach der Auflösung von 65'000 Franken Rückstellungen für das Projekt noch ein Jahresverlust von fast 70'000 Franken.

Doch konnte Boss auch mit positiveren Kennzahlen aufwarten. «Wir sind mit fast 2 Mio. Franken Cash sehr liquid», führte er diesen Umstand auf bereits bezahlte HESO-Standmieten von 826'000 Franken zurück. Vor einem Jahr sei man allerdings um 100'000 Franken besser da gestanden. Gesund bleibt jedoch die Bilanz mit dem Vortrag des Bilanzgewinns von 792'000 Franken auf neue Rechnung. Und etwas gesteigert hatte die AG mit 150'000 Franken auch die sonstigen Mieteinnahmen der Reithalle ausserhalb der HESO mit knapp 150'000 Franken.
Verwaltungsrat und Präsident oppositionslos wiedergewählt.

In eigener Sache teilte Tobias Jakob mit, an den «Gerüchten», dass er zurücktrete, sei nichts dran. Anders ist für ihn die Situation als Präsident der Stadt- und Gewerbevereinigung Solothurn SGSO, der Hauptaktionärin der Rythalle AG, die über ein Aktienkapital von 1,1 Mio Franken verfügt – dieses Amt möchte er aufgrund der beruflichen Belastung und angestrebter Weiterbildung abgeben. Ob es im März dazu kommt, wird allerdings davon abhängig sein, ob die Nachfolge für Jakob geregelt werden kann.

«Er hat einen Top-Job gemacht und verdient Euer Vertrauen», empfahl Vizepräsident Müller Amtsinhaber Tobias Jakob zur Wiederwahl. Diese erfolgte durch die Aktionäre ebenso oppositionslos wie jene der Verwaltungsratsmitglieder Christoph Müller, Markus Boss, Stadtschreiber Hansjörg Boll sowie Peter Kurz.

«Die HESO hat dazu nichts zu sagen»

Nach der Versammlung auf den Verlauf angesprochen, meinte HESO-OK-Präsident Urs Unterlerchner. «Es ist positiv, dass offen und transparent informiert wurde.» Und: «Die HESO hat dazu nichts zu sagen.» Er und sein OK seien nicht direkt im Projekt engagiert, «aber selbstverständlich geht man auf unsere Rückmeldungen ein.»

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Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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