Altersehrung
«Geniesst den Tag, lacht und plaudert»: Die Stadt ehrt ihre älteren Bewohner

Die Stadt Solothurn lädt ihre älteren Einwohnerinnen und Einwohner zum gemütlichen Beisammensein im Landhaussaal ein.

Katharina Arni-Howald
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Altersehrung in Solothurn
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Stadtpraesident Kurt Fluri hält die Ansprache
Unterhaltung mit Ruedi Stuber
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Altersehrung in Solothurn

Hanspeter Bärtschi

Der Landhaussaal hat sein Festkleid angezogen. Weisse Tischtücher und Servietten schmücken die Tische. Das Servicepersonal des Restaurant Besenval ist flink. Der Bürgerwein mundet. Die Ankommenden grüssen einander. Viele kennen sich. Ist allenfalls auch ein alter Schulschatz oder ein lange nicht mehr gesehener Arbeitskollege unter den Eingeladenen?

«Es ist gemütlich hier, das Essen ist recht und die Bedienung gut.» Heidi und Alfons Rubin besuchen erstmals eine Altersehrung. Sie sind in diesem Jahr von Biberist nach Solothurn gezogen und geniessen in der Stadt den Ruhestand. Ob es ihnen schwergefallen ist an die Altersehrung zu kommen? Heidi Rubin lacht: «Nein, ich darf doch zu meinem Alter stehen. Ich weiss ja nicht wie lange ich noch solche Anlässe besuchen kann.» Peter Hirsbrunner findet die Idee der Altersehrung gut. «Aber weshalb muss das ‹Altersehrung‹ heissen? Das Alter gehört doch zum Leben und muss nicht speziell geehrt werden.»

Vorne am Mikrofon steht die Leiterin der Sozialen Dienst, Domenica Senti. «Geniesst den Tag, lacht und plaudert miteinander», sagt sie. 1797 über 75-jährige Personen leben zurzeit in der Stadt. 416 davon nehmen in diesem Jahr an der Altersehrung teil. Aus den Altersheimen sind es nur gerade mal vier. Was hält so viele Solothurnerinnen und Solothurner davon ab, der Einladung der städtischen Behörden zu folgen. «Viele der «Jungen» kommen nicht, weil sie sich noch nicht alt fühlen», weiss Senti aus Erfahrung. Auf Susi Scheidegger, die von lauter unbekannten Menschen umgeben ist, trifft das nicht zu. «Man muss doch alles positiv sehen. Ich komme, so lange ich kann.»

Kurt Fluri und der Liedermacher

Positiv sieht es auch Stadtpräsident Kurt Fluri: «Ich freue mich, dass Engagierte wie Gemeindebehörden die Altersehrung als wesentlichen Teil des gesellschaftlichen Lebens in der Stadt betrachten und diesen Anlass auch in Zukunft weiterführen wollen.»

Fluri holt aus, redet über die kommende Budgetgemeindeversammlung, die möglicherweise beantragte Steuersenkung und die Altersvorsorge. Auf der Bühne steht der Solothurner Liedermacher und pensionierte Lehrer Ruedi Stuber. «Wie sich doch alles verändert hat», sagt er, blickt in die Runde mit den grauen Häuptern und kramt in alten Wortkreationen.

Wer erinnert sich noch an Wörter und Gegenstände wie Suppenhühner, Moonboots, Seifenflocken, den Reportermantel und den Lebertran, der gesund aber gefürchtet war, und den Flipflop-Club? Im Saal wird gelacht und Erinnerungen werden wach. Der Kaffee und das Dessert werden serviert und bald geht man mit vielen schönen Erinnerungen nach Hause.

Die speziell Geehrten ab 90 Jahren

Rosa Pfluger ist die Älteste

Geehrt werden von der Stadt folgende Personen ab 90 Jahren: Rosa Pfluger (101-jährig), Emil Kölliker und Ernst Richard (beide 97), Urs Bünzly, Sr. Marie Anna Felder, Hans Gysin, Rolf Heim und Greti Ott (alle 95), Martha Baumgartner und Hedwig Henzi (beide 95), Anton Cadotsch, Gertrud Kurth, Maria Stierli, Gertrud Thümmel, Erna Wächter (alle 94), Erwin Althaus, Josef Bargetzi, Margrit Gugerli, Anna Krämer, Paul Naef, Liselotte Nussberger, Ines Ruetsch, Marie Bender (alle 93), Gerhard Bär, Vlastimil Citovsky, Johann Eichenberger, Adelheid Ernst, Helena Kiener, Irene Kohler, Maria Rudolf von Rohr, Ginette Schmidlin (alle 92), Angelo Ballacchino, Dietrich Fahrner, Blanka Kauffungen, Margaritha König, Helena Kupferschmied, Heidi Lampart, Erna Lux, Robert Meili, Maria Röthenmund, Rita Schmid, Berta Stampfli, Ursula Westhauser (alle 91), Pauline Beer, Theodor Bösch, Gertrud David, Max Egger, Marguerite Egli, Wilhelm Fluri, Carlo Frigerio, Berta Hagmann, Martha Heim, Eduard Leuenberger, Hellmut Liebendörfer, Maria Maier, Herta Platzer, Pia Ritler und Elisabeth Zwahlen (alle 90).

Auch zwei Ehepaare finden sich bei den speziell Geehrten, nämlich Esther und Kauko Vilkki (95- und 90-jährig) sowie Klara und Ernst Baumgartner (beide 90-jährig). (egs)

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