Ein riesiges Chaos herrschte letzte Woche im Zimmer 205 im Zunfthaus zu Wirthen in der Solothurner Altstadt. So etwas hat Besitzer Chris van den Broeke noch nie erlebt. Auf dem Boden des Zimmers lagen Abfall, Toilettenpapier und Flaschen herum. Der Hotelier erinnert sich: «Das Zimmer sah grauenhaft aus.»

Ein australisches Paar hatte das Zimmer letzte Woche für drei Nächte gebucht. Schon zu Beginn sei das Chaos der Putzfrau aufgefallen. Besonders schlimm sah der Raum aber nach deren Abreise aus. «Ich weiss nicht, ob es Absicht war», sagt Chris van den Broeke zu Tele M1. «Vielleicht sind es auch einfach Schweine, ich weiss ja nicht, wie es bei ihnen zu Hause aussieht.»

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Der Solothurner Tourismus-Direktor Jürgen Hofer zeigt sich erstaunt über den Zustand des Hotelzimmers. Fälle wie diese kämen aber glücklicherweise nur selten vor. Häufiger käme es vor, dass Gäste ohne zu zahlen abreisen. «Die Gäste checken ganz normal ein und übernachten im Hotel», führt Hofer aus. «Aber dann verschwinden sie plötzlich, ohne für den Aufenthalt zu zahlen.»

Die Chaos-Gäste vom Zunfthaus zu Wirthen haben immerhin bezahlt. Allerdings nur für die Übernachtungen, nicht aber für die dreistündige Putzaktion wegen deren Chaos. Die Kreditkarte nachbelasten und ihnen so die Putzkosten verrechnen darf der Hotelier nicht  – das wäre gegen das Gesetz. So bleibt er auf den Kosten sitzen: «Das kann ich nicht auf Rechnung stellen, da habe ich einfach verloren.» Die einzige Lösung wäre eine Zimmerkontrolle vor der Abreise. Doch davon sieht man im Zunfthaus ab und hofft, dass es sich dabei um einen Einzelfall handelt. (chg)