Stadttheater
Gemeinderat spricht 1,2 Millionen Franken für Theater-Auslagerung

Einmal mehr beschäftigte sich der Gemeinderat mit dem Umbau des Stadttheaters – sofern diesem am 11. März an der Urne zugestimmt wird. In diesem Fall muss der Betrieb für 18 Monate ausgelagert werden, was Geld kostet.

Wolfgang Wagmann
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Das Solothurner Stadttheater

Das Solothurner Stadttheater

Oliver Menge

Exakt 1'187'150 Franken soll die Auslagerung des Spielbetriebs während rund eineinhalb Jahren kosten, oder etwas einfacher ausgedrückt: Knapp 400'000 Franken in der laufenden Rechnung 2013 und gut 790'000 in jener von 2014 sind vorzusehen. So exakt ist diese Wissenschaft jedoch nicht, wie Andrea Lenggenhager, Leiterin Stadtbauamt, gestern Abend bei der Präsentation des Geschäfts einräumte.

«Hoch komplex» seien die Abläufe des Theaterbetriebs in den Städten Biel und Solothurn, in die sie zusammen mit dem Verwaltungsdirektor des Theaters Biel Solothurn, Marcel Falk, regelrecht eingetaucht war. Eine Erkenntnis konnte sie jedoch bestätigen: Gar nicht spielen wird wesentlich teurer als eine Auslagerung an verschiedene Spielorte.

Musiktheater in Grenchen

Immerhin konnte Andrea Lenggenhager vermelden, dass einiges in Bezug auf die Spielorte hatte geklärt werden können. Da nicht alle 35 Musitheater-Vorstellungen zusätzlich im Theater Biel möglich sind, wurde zuerst dort ein zusätzlicher Spielort ins Auge gefasst. Dessen Zumietung könnte jedoch sogar wegfallen, da jetzt offenbar das Parktheater Grenchen in den Vordergrund getreten ist.

Auch zum Alternativ-Spielort Reithalle gabs neue Infos: Neu spricht man von drei statt ursprünglich sechs Zeitfenstern, die für den Spielbetrieb in den eineinhalb Jahren genutzt werden könnten. «Nein, die Grossanlässe in der Reithalle sind von den Aufführungen nicht betroffen», versicherte Marcel Falk auf eine entsprechende Frage von Beat Käch (FDP). Auch seien die vorgeschlagenen Shuttle-Busse nach Biel fürs Publikum, und nicht das Ensemble vorgesehen, ergänzte der Verwaltungsdirektor.

Nur geringe Opposition

«Jedes andere Geschäft mit so vielen Fragezeichen würden wir zurückweisen», meinte Marco Lupi für die «Umbau-kritische» FDP – eine Mehrheit hatte bekanntlich das Umbauprojekt im Herbst abgelehnt. Doch wenn das Projekt angenommen werde, sei es nicht mehr als fair, jetzt den Krediten für ein Provisorium zuzustimmen. Uneingeschränkt «Ja» sagte die SP. Sprecherin Katrin Leuenberger meinte: «Die Auslagerung ist für das Stadttheater eine Chance.»

Auch Marguerite Misteli (Grüne) schloss sich der Vorrednerin an, etwas kritischer sah das Ganze Barbara Streit für die CVP; die nicht einstimmig für die Kredite war. «Eigentlich haben wir dem Umbau nur zugestimmt, wenn keine Folgekosten eintreten würden. Doch ist die Einstellung des Spielbetriebs keine Option.» René Käppeli fand für die SVP, dass man die Kenntnisnahme eines möglichen Ertragsausfalls von 762000 Franken beim Theater ablehne – generell hofft man im Rat, dass sich daran auch die anderen drei Träger des Theaters beteiligen würden.

Zuletzt relativierte Stadtpräsident Kurt Fluri die vom EVP-Umbaugegner Elia Leiser genannten Zahlen (vgl. Samstagsausgabe) und nannte die Stiftung, die 500000 Franken an den Umbau beisteuert: Es handelt sich um die Stiftung Mathys für Kultur und Wohlfahrt in Bettlach.