Der Gemeinderat sagte an dessen Sitzung vom Dienstag einstimmig Ja zum Entwicklungsprojekt Weitblick. Bis 2036 soll in der Weststadt in drei Etappen ein Gebiet von 125'000 Quadratmetern bebaut werden. 1300 Menschen könnten dort dereinst wohnen und 1600 arbeiten. Das Quartier soll familienfreundlich und verkehrsarm sein.

Die Stadt rechnet mit Investitionen von 49 Millionen Franken für die gesamte Realisierung. Bei 70 Millionen Franken Erlös aus Landverkauf und Abgabe im Baurecht, erhofft sie sich so 21 Millionen Franken Einnahmen.

Mit dem Ok des Gemeinderats sind nun erste konkrete Schritte möglich. Es ist der Stadt Solothurn nun möglich, 4 der 13 geplanten Baufelder zu erschliessen und Verhandlungen mit den Investoren aufzunehmen. 

Die Zeitplanung sieht eine Etappierung in drei Tranchen vor, wobei die Erschliessung mehrerer Baufelder provisorisch terminiert ist: In einer ersten Etappe ab 2018 die nördlichen Baufelder, sowie eines im Südosten des Perimeters, in der zweiten Etappe ab 2025 die Felder angrenzend an den Segetzhain, und in der letzten Etappe ab 2032 die restlichen Felder im Süden.

Die Leerflächen (gelb) in der Stadt Solothurn entsprechen in ihrer Gesamtheit dem Weitblick-Areal im Westen (rosa). Grünanlagen sind grün markiert.

Die Leerflächen (gelb) in der Stadt Solothurn entsprechen in ihrer Gesamtheit dem Weitblick-Areal im Westen (rosa). Grünanlagen sind grün markiert.

Im Vorfeld der Sitzung nahmen Ratsmitglieder einen Augenschein beim Lusthäuschen beim Henzihof. Rund zwei Drittel der 30 Ratsmitglieder statteten dem Kleinod in der Hochstamm-Hostet einen Besuch ab. Eingeladen hatte der Quartierverein Weststadt: Einerseits, um der Stadt für die Unterstützung zu danken, mit der das Lusthäuschen in den letzten Jahren – neben unzähligen ehrenamtlichen Stunden –  auf Vordermann gebracht wird.

Zuletzt hatte der Lenkungsausschuss dem Verein 20 000 Franken für die Sanierung zugesprochen: «Entstanden ist dadurch der Weg, auf dem ihr zum Lusthäuschen gekommen seid», sagte Monika Grossenbacher, die sich zusammen mit Bea Beer das Vereinspräsidium teilt. Der andere Grund für die Einladung lag in der Tatsache, dass der Henzihof auf einem Baufeld des künftigen «Weitblick»-Areals liegt.

Denkmalpfleger Stefan Blank: «Das Lusthäuschen ist ein einzigartiges Bijou.»

Denkmalpfleger Stefan Blank: «Das Lusthäuschen ist ein einzigartiges Bijou.»

Zu diesem Zweck legte der kantonaler Denkmalpfleger Stefan Blank ein gutes Wort fürs Lusthäuschen ein: «Es ist ein einzigartiges Bijou.» Einzigartig deshalb, weil das Gebäude, das seit 100 Jahren in der heutigen Form vorliegt, ein Beispiel für Historismus ist: Es verbindet neugotische Spitzbogenfenster, fernöstliche Elemente und englische Kleinarchitektur sowie den Schweizer Chalet- und den Grotten-Stil.

Ebenso setzte sich der begleitende Architekt Peter Widmer für die Unterschutzstellung ein: «Dazu müsste auch die Einwohnergemeinde mitwirken.» Er legte das Augenmerk auf die Tatsache, dass bereits einiges Geld in das Lusthäuschen gesteckt wurde – bei einem kleinen Risiko, dass die «Weitblick»-Planung gegen dessen Erhalt spricht. (ak/ldu)