Solothurn
Gemeinderat sagt dem Fluchtverkehr in der Vorstadt den Kampf an

Auch aus der Vorstadt soll das Tempo herausgenommen werden: Der Gemeinderat stimmte dem neuen Verkehrsregime in der Vorstadt zu. Der Entscheid war weniger umstritten als die Einführung von Tempo 30 auf der St. Niklausstrasse noch vor einem Monat.

Wolfgang Wagmann
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Ab hier bis zum Ende der Hauptbahnhofstrasse soll die bereits bestehende Begegnungszone vor dem Gewerbeschulhaus verlängert werden.

Ab hier bis zum Ende der Hauptbahnhofstrasse soll die bereits bestehende Begegnungszone vor dem Gewerbeschulhaus verlängert werden.

Wolfgang Wagmann

Ein Kernstück ist die Verlängerung des «Stummels» einer Begegnungszone vor dem Gewerbeschulhaus über die ganze Hauptbahnhofstrasse bis zur Dornacherstrasse, inbegriffen die Niklaus-Konradstrasse zwischen der Hauptbahhof- und Rötistrasse. Ansonsten wird neu im lang gestreckten «Filetstück» zwischen der Dornacherstrasse und der Aare bis ins die Glacismatte künftig Tempo 30 gelten. Dies auch, um den Fluchtverkehr zwischen der Rötistrasse und dem Dornacherplatz zu unterbinden.

Weiterhin 50 km/h erlaubt bleiben auf der Büren-, Schöngrün- und Dornacherstrassse. «Wir werden zudem mit der Umgestaltung des Rossmarktplatzes nach der Fasnacht beginnen», versprach Andrea Lenggenhager, Leiterin Stadtbauamt.

Die Umgestaltung werde rund 1,2 Mio. Franken kosten, meinte sie auf Anfrage, die Begegnungszone an der Hauptbahnhofstrasse 450 000 Franken und die 2015 vorgesehene Umgestaltung der Berntor-strasse nochmals 555 000 Franken.

Gerangel um die Schänzlistrasse

Vor allem Martin Tschumi, als FDP-Gemeinderat auch Präsident der vereinigung pro Vorstadt, fand viel Anerkennung für das neue Regime, «das bei uns sehr gut angekommen ist.» Vor allem die Unterbindung des Fluchtverkehrs wegen der unglücklich eingestellten Lichtsignalanlage am Bahnhofplatz wurde einhellig bei allen Parteien begrüsst, doch zeichnete sich bald ein Subthema ab, das zu Diskussionen führen sollte: Der künftige Status der Schänzlistrasse zwischen der Rötistrasse entlang dem Hotel Ramada bis zur Einmündung in die künftige Begegnungszone der Hauptbahnhofstrasse.

Die CVP schlug über ihren Sprecher, den GLP-Mann Claudio Hug, vor, dieses Stück nicht bei Tempo 50 zu belassen, sondern auch Tempo 30 auszuschildern. Genau dies wollte hingegen Stapo-Kommandant Peter Fedeli wegen der dazu notwendigen Signalisationswechsel nicht, «dann hätte ich lieber dort auch die Begegnungszone.» Zuletzt stimmte eine Mehrheit von 20 gegen 9 Ratsmitgliedern Tempo 30 auf der Schänzlistrasse zu.

Was am meisten genützt hat

Die Kritik René Käppelis (SVP) an der Sperrung der Wengibrücke konterte Stadtpräsident Kurt Fluri, diese habe dem Gewerbe mehr genutzt als geschadet. Und bissig ans Linkslager warf er ein: «Die beste Verkehrsberuhigungsmassnahme war der Bau der Westumfahrung und damit die Sperrung der Wengibrücke. Ein Bau, den ihr damals bekämpft habt.»

Genehmigt wurden zudem die Demissionen von Barbara Schnetz (CVP) und Céline Kaufmann (SP) als Ersatzmitglieder des Wahlbüros. Beide Parteien müssen für neue Leute sorgen.