Abstandsregeln

Gelbe Linien für mehr Klarheit: Stadt Solothurn ergreift Corona-Massnahme am Landhausquai

Die gelben Linien sollen für Klarheit der Zuständigkeiten sorgen.

Die gelben Linien sollen für Klarheit der Zuständigkeiten sorgen.

Neu weisen am Landhausquai in Solothurn Bodenmarkierungen daraufhin, welches Lokal in welchem Bereich für die Durchsetzung der Abstandsregeln zuständig ist.

Wenn die Sonne scheint, treffen sich die Solothurnerinnen und Solothurner gerne am Ufer der Aare auf ein Bier oder einen Cocktail. Besonders beliebt ist das Aaremürli am Landhausquai, wo mehrere Lokale mit Aussentischen an der Sonne locken. So schön der Ort, dementsprechend gross ist der Andrang. In normalen Zeiten ist dies kein Problem, jetzt während der Corona-Krise jedoch schon.

«Es ist eine Tatsache, dass der Landhausquai sehr gut besucht ist, und dass die Abstandsregeln nicht immer eingehalten werden», sagt Walter Lüdi, stellvertretender Kommandant der Stadtpolizei. Dies hat die Stadtpolizei bei Kontrollen wiederholt festgestellt, ebenso wie das Amt für Wirtschaft. Lüdi weist daraufhin, dass das Problem nicht dauernd besteht, sondern nur in den Spitzenzeiten.

Bodenmarkierungen sollen Situation entschärfen

Nichtsdestotrotz sah sich die Stadt zum Handeln gezwungen und hat am Donnerstag und Freitag Bodenmarkierungen angebracht. Diese weisen nun klar daraufhin, für welchen Bereich, welches Lokal verantwortlich ist. Sprich wer jene, die sich nicht an die Abstandsregeln halten, zurechtweisen muss. Die Massnahme sei von den Gastronomen positiv aufgefasst worden, sagt Lüdi. «Ob sie die erhoffte Verbesserung der Situation bringt, werden wir nun in den kommenden Tagen sehen.»

Die Stadt hofft, dass diese «milde Massnahme» Erfolg bringt. Denn: «Die Lokale geben sich wirklich Mühe», betont Lüdi. Wenn sich die Situation jedoch nicht verbessere, müsse man andere Massnahmen in Erwägung ziehen. Wie etwa die Sperrung des Landhausquais, oder dass nur noch eine begrenzte Zahl gleichzeitig diesen Bereich betreten darf. «Dies sind jedoch die schärfsten Massnahmen, die wir ergreifen könnten und wenn immer möglich vermeiden wollen», führt Lüdi weiter aus.

Ansonsten ist die Stadtpolizei mit dem Verhalten der Stadtbewohnerinnen und -bewohnern sehr zufrieden. «Es gibt nebst dem Aaremürli derzeit keine weiteren Problembereiche», sagt Lüdi. Der Appell Anfang Juli, die Abstände besser einzuhalten, hätte gewirkt.

Am Chästag wurden Regeln mehrheitlich eingehalten

Auch für den Chästag, der erste grössere Anlass der in Solothurn seit dem Lockdown in Solothurn stattfand, zieht die Stadtpolizei ein positives Fazit. «Wir haben keine offensichtlichen Missstände festgestellt», so Lüdi. Die Doppelpatrouille, die den ganzen Tag vor Ort war, musste gemäss dem stellvertretenden Kommandanten der Stadtpolizei nie intervenieren. Auch andere Vorfälle, wie Diebstähle, sind keine bekannt.

Auch die Organisatoren ziehen eine positive Bilanz. «Wie erhofft, kam es zu keinem grossen Gedränge», sagt Robert Flückiger, Präsident Verein Chästag, am Tag danach. Die geschätzt 8000 Besucher hätten sich gut über den ganzen Tag verteilt. Auch das Contact Tracing beim Take-Away-Bereich habe im Grossen und Ganzen funktioniert. «Nur vereinzelt ist es vorgekommen, dass Leute wieder umgekehrt sind, weil sie sich nicht registrieren wollten», so Flückiger.

Ebenfalls vereinzelt kam es vor, dass Personen unter dem Band durchgehuscht sind, anstatt sich zu registrieren. Der Chästag trotz Corona durchzuführen, habe sich definitiv gelohnt. Flückiger: «Wir haben sehr viele positive Rückmeldungen erhalten.»

Meistgesehen

Artboard 1