Stadtbummel Solothurn
Gelb regiert unser Stedtli, geniessen wir die Hotspots

Reto Sperisen
Reto Sperisen
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Solothurner Filmtage - Amuse bouche

Solothurner Filmtage - Amuse bouche

Tom Ulrich

Ziel dieser Veranstaltung ist nichts weniger, als den Zustand der Welt zu verbessern! Dazu finden etliche Podien zu gesellschaftlichen, politischen oder wirtschaftlichen Themen statt. Diese Woche hat bekanntlich die feierliche Eröffnung stattgefunden – und zwar zum 49. Mal. Der kleine Ort verwandelt sich quasi über Nacht zu einem Hotspot. Auch viele Promis, die man aus dem Fernsehen kennt, sind plötzlich auf der Strasse anzutreffen. Und dies alles mit nur einem Kino!

Die Rede ist hier natürlich nicht von den Solothurner Filmtagen (die haben schon fünfmal mehr stattgefunden), sondern vom Weltwirtschaftsforum Davos. Dieser Anlass ist zwar «ein bisschen» internationaler als unsere Filmtage, dafür gibt es bei uns viel mehr Kinos oder zu Lichtspielen umfunktionierte Säle. In Davos hingegen gibt es nur ein einziges Kino, und dieses soll per Ende März erst noch geschlossen werden. Da könnte sich der bekannte Luftkurort ein Stück von unserer Solothurner Torte abschneiden.

Gelb regiert unsere Stadt. Und gemeint sind jetzt hier nicht die Liberalen (die sind ja blau), sondern die Filmtage – mit ihrer Leitfarbe Gelb. Die vielen Info-Säulen, alle Strassenlaternen und die diversen Hausfassaden, die gelb beleuchtet werden. Da fällt das Barock Café mit der etwas anderen Farbwahl an der Fassade etwas aus dem Konzept. Was die gelben Laternen angeht, so sind die meisten in einem sonnig-warmen Gelb gehalten. Auch da fallen Ausnahmen natürlich auf: Beispielsweise die Laterne in der Hauptgasse oberhalb der «Hirsch Apotheke», die neben dem sonnengelben «Calida»-Schild schon fast kalt wirkt. Dafür ist das Häuschen vom «Chestelemuni» umso gelber.

Doch halt, der gelbe Mond hat nichts mit den Filmtagen zu tun, sondern mit dem nächsten Grossanlass in Soledurn: der Fasnacht. Und die Vorboten der «fünften Jahreszeit» zeigen sich nicht nur am Maronihüsli, sondern sie schleichen sich auch ganz fein und leise in die Filmtage hinein: Da hängt doch das eine oder andere Fasnachtsliechtli zwischen den gelben Laternen in der Hauptgasse. Diese muss man hingegen aufmerksam suchen und finden, denn sie fallen nicht auf. Noch nicht.

Doch bevor die Fasnacht mit lauten Schritten auf uns zukommt, geniessen wir vorerst die Filmtage – solange wir noch so viele Kinos im Stedtli haben. Schauen wir uns Filme an, die den Zustand der Welt verbessern wollen. Geniessen wir den Hotspot, geniessen wir die Promis auf den Strassen und geniessen wir vor allem das viele Gelb. Voilà...