Solothurn

Geklärt ist erst die Frage, wie es überhaupt zum Brand kommen konnte

Brand im Bargetzi-Steinbruch: Ein Kurzschluss hat zum verhängnisvollen Feuer in mehreren Werkstätten geführt. «Es war ein technischer Defekt an einem Elektrokabel, der zu einem Kurzschluss mit Funkenschlag geführt hatte», erklärt Sergio Wyniger.

Wer auf das Areal des ehemaligen Steinbruchs gleich oberhalb von Solothurn einbiegt, ahnt nicht, welches Inferno hinter der intakten Gebäudereihe der Bargetzi Steinwerke AG am frühen Sonntagmorgen geherrscht haben muss. Die ausgebrannten Werkstatträume bieten ein trauriges Bild, schwer zu sagen, welche Maschinen nur verrusst und nach einer Säuberung wieder brauchbar sind und welche nicht.

Zu einer ersten Sitzung nach dem Brand hatte sich gestern Bürgergemeindepräsident Sergio Wyniger mit den eingemieteten Firmenbetreibern getroffen. «Wir müssen jetzt möglichst rasch Abklärungen über den Zustand der Statik der Gebäude treffen, ein Notdach stellen und schauen, dass wieder alles funktioniert.»

Seine erste Einschätzung seitens der Bürgergemeinde Solothurn als Vermieterin: Kaum betroffen seien die stadtseitigen Gebäude der Bargetzi Steinwerke AG, mehr dagegen die benachbarten Stonetech AG und Bargetzi Naturstein GmbH. «Wobei der grosse Verkaufsraum nicht in Mitleidenschaft gezogen worden ist», so Wyniger.

Es war ein technischer Defekt

Neben drängenden und offenen Fragen wie dem Weiterführen der Betriebe, den Versicherungsleistungen und dem künftigen Mietverhältnis beschäftigte sich die Brandermittlung am Vormittag mit der Ursachenforschung zum verheerenden Feuer. «Es war ein technischer Defekt an einem Elektrokabel, der zu einem Kurzschluss mit Funkenschlag geführt hatte», wusste der Bürgergemeindepräsident bereits am frühen Montagnachmittag dank den Ermittlungen der Spezialisten.

Das Ganze habe wohl zu einem stundenlangen Glimmbrand geführt, der im nächtlichen Steinbruchareal zunächst nicht bemerkt worden war. Um 5.15 Uhr, so eine Anwohnerin, habe sie ein Knall geweckt und unmittelbar darauf war auch schon die Feuerwehr Solothurn mit Blaulicht, aber ohne Martinshorn vorbeigeprescht.

Zusammen mit den Kollegen aus Rüttenen standen 80 Mann im Einsatz. Sie konnten so das Übergreifen des Brandes auf den vorderen Gebäudetakt, der auch aus einem Wohnhaus besteht, verhindern. Der Knall war durch eine explodierende Gasflasche ausgelöst worden. Ausgebrannt ist ein Lieferwagen, während ein Mercedes gerade noch aus dem Flammenmeer bugsiert werden konnte. Völlig verrusst präsentierte sich nach dem Brand auch ein eingelagertes, grösseres Motorboot.

Noch viele Fragen offen

Auf «mehrere hunderttausend Franken» veranschlagte die Kantonspolizei in einer ersten Einschätzung den reinen Sachschaden. Ob und wieweit die betroffenen Firmen jedoch weiter produzieren können, blieb gestern noch völlig offen.

Keine Aussage zum Brandereignis wollte einer der betroffenen Geschäftsführer machen. Der andere erklärte für die Stonetech AG lediglich: «Ich habe keine Ahnung, wie es weitergeht.» Und meinte damit auch die «fünf bis sechs Angestellten je nach Saison», die vom Brand ebenfalls betroffen sind. Bürgergemeindepräsident Sergio Wyniger sieht in einer ersten Einschätzung zumindest Ausweichmöglichkeiten für eine Firma in einem Nachbargebäude.

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