Städte sind Orte hoher Biodiversität. Obwohl vom Menschen sehr stark geprägt, ist in Siedlungsräumen eine erstaunliche Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten in verschiedenen Lebensräumen zu finden. Urbane Grünräume sind im Zuge der Verdichtung von bebauten Gebieten einem starken Druck ausgesetzt. Sie müssen deshalb zielgerichtet geplant, gepflegt und je nach Situation geschützt werden. Nur so können sie ihre Rolle als Standorte von Biodiversität erhalten oder gar erhöhen. Das Naturinventar ist eine Grundlage für den Schutz dieser Lebensräume und gibt Anregung, wie viele unterschiedliche Strukturen erhalten oder auch neu angelegt werden können. 

«Aus aktuellem Anlass der öffentlichen Mitwirkung für die Ortsplanungsrevision in der Stadt Solothurn geht das Naturmuseum in einer kleinen Sonderausstellung auf das Naturinventar ein», schreiben die Verantwortlichen der Stadt in einer Medienmitteilung. Die wichtigsten Lebensraumtypen − dazu gehören zum Beispiel Gehölze ebenso wie Grünflächen, Weiher oder eine Wiesenböschung − werden anschaulich und mit attraktiven Objekten vorgestellt. 

Das Naturinventar der Stadt Solothurn

Das Naturinventar der Stadt Solothurn dient als Arbeitshilfe für die Stadtbehörden, um politische Beschlüsse natur- und umweltgerecht einzuleiten. Darüber hinaus ist es eine wertvolle Grundlage für weitere Planungen und naturbezogene Massnahmen, etwa bei der Erarbeitung von Natur- und Grünkonzepten, bei der Biotopvernetzung oder bei der Pflege der öffentlichen Grünflächen. Im Naturinventar sind in erster Linie Lebensraumtypen im öffentlichen Raum aufgelistet. Für die Biodiversität in der Stadt ist es aber eine grosse Bereicherung, wenn auch Private bewusst Aufwertungen auf ihren Grundstücken vornehmen.

Der Inhalt des Naturinventars ist grundsätzlich orientierender Natur. Hecken, Wälder, Feuchtgebiete und Gewässer sind durch die eidgenössische oder kantonale Gesetzgebung geschützt. Von den nicht übergeordnet oder durch Beschluss des Regierungsrats kantonal geschützten Objekten werden im Rahmen der Mitwirkung zur Ortsplanungsrevision nur die 19 bedeutendsten als kommunal schützenswert eingestuft. Die meisten dieser Objekte befinden sich auf öffentlichen Liegenschaften, in den Bestandeszonen, auf öffentlichen Strassenarealen oder in der Landwirtschaftszone.

Mit dem Verfassen des vorliegenden Naturinventars hat das Stadtbauamt Solothurn das Büro w+s Landschaftsarchitekten AG aus Solothurn beauftragt. Es basiert auf verschiedenen Vorgängerversionen und Grundlagen, welche zwischen 1987 und 2012 erarbeitet wurden. (mgt)