In der Herbstferienaktion des Vereins Quartierspielplätze Solothurn dreht sich gleich an mehreren Orten alles um «Spuren hinterlassen»: Was für Spuren gibt es? Welche sind positiv und welche sind negativ? Abfall wird dabei ein wichtiges Thema sein auf dem Spielplatz am Tannenweg in der Weststadt und in der Villa 41 an der Weissensteinstrasse. Auf dem Spielplatz «Güggi» konnte die Aktion nicht durchgeführt werden, weil aus gesundheitlichen Gründen die Leiterin ausgefallen ist.

Schon von weitem hört man fröhliche Kinderstimmen, die vom Spielplatz am Tannenweg kommen. Einige der Kinder jagen einander hinterher. Andere sind damit beschäftigt, von ihren Händen Gipsabdrücke zu machen und ihre alten Schuhe einzugipsen. Bis zum Ende der Woche werden die Handabdrücke und Schuhe bemalt und verziert. «Ich habe mir gedacht, dass wir damit eine Spur zum Abfalleimer legen werden», sagt Anna-Rita Wyss, Leiterin des betreuten Spielplatzes am Tannenweg.

Abfallspuren sind unerwünscht

In dieser Woche werden die 24 Kinder lernen, was für Spuren es gibt, wie sie hinterlassen, gelesen und auch wie sie entfernt werden. Gestern haben die Kinder den ganzen Tag Abfall gesammelt und damit ein Mobile gebastelt. «Wir wollen es über dem Abfallkübel aufhängen und angeben, wie viel wir gesammelt haben», erzählt Wyss: «Der Eimer steht da, aber er wird einfach zu wenig gebraucht.» Die Kinder sollen darauf sensibilisiert werden, dass Müll unerwünschte Spuren sind, die es zu beseitigen gilt und den Abfalleimer zu benutzen.

Im «Spurenpass» sind Daten wie Körpergrösse, Augenfarbe, Finger- und Lippenabdruck festgehalten. Anhand dieser Angaben muss dann herausgefunden werden, welche Person dahintersteckt. Die Kinder lernen auch das Geheimnis einer Geheimschrift kennen. Heute Mittwoch findet eine Schnitzeljagd statt: Ein Dieb hat sämtliche «Guetzli» gestohlen. Eine leere Keksschachtel als Indiz findet sich bereits im Abfalleimer. Der Dieb war wohl hungrig und hat noch am Tatort genascht. Der nächste Hinweis liegt bei der Altglas-Sammelstelle in der Nähe des Spielplatzes. Am letzten Tag der Aktionswoche werden die Kinder zum Abschluss eine Tour durch ihr Quartier machen. Bei diesem Rundgang hinterlassen sie eine Gabe als Spur bei ihrem Zuhause. So hat jedes teilnehmende Kind eine Erinnerung an diese Woche.

Ältere Kinder als Coach

Die Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren sind von 10 bis 16 Uhr auf dem Spielplatz und erhalten dort ebenfalls ein Mittagessen. Die ganze Woche kostet 15 Franken pro Kind und sei somit ein niederschwelliges Angebot. «In der Weststadt sind viele Eltern arbeitstätig. Wir wollen mit unserem betreuten Spielplatz den Kindern etwas auch ausserhalb der Schule bieten. Vielleicht haben nicht alle Material zum Basteln und Werken zu Hause», erklärt die Spielplatzleiterin.

«Was besonders schön ist, dass auch Ältere als Kindercoach mit dabei sind. Häufig sind es solche, die vorher selber mitgemacht hatten und nach einem entsprechenden Kurs als Betreuer mithelfen. Sie könnten noch ein bisschen Kind sein, aber auch Verantwortung tragen. So auch die 14-jährige Albina: «Früher habe ich selber teilgenommen und jetzt bin ich zum dritten Mal als Kindercoach dabei. Es ist lustig. Man macht immer wieder etwas anderes. Vor allem ist es schön, in der Gruppe zu sein.»

Die Leiterin erzählt, dass am Montagmorgen deutliche Spuren des Wochenendes zu sehen waren. So haben vermutlich Jugendliche ein Sofa vom Sperrgut auf den Spielplatz gezerrt, um es sich gemütlich zu machen. Leere Flaschen und Dosen sowie Pizzakartons blieben ebenfalls am Boden verstreut liegen. Ein Grund sei wohl darin zu sehen, dass die Jugendlichen ab einem gewissen Alter keine Möglichkeit haben, irgendwo zu verweilen. «Vielleicht sollte abends an den Wochenenden auf dem Spielplatz jemand als Ansprechperson anwesend sein», denkt Anna-Rita Wyss laut nach.

«Steinmännli» dürfen bleiben

Die Kinder der Villa 41 suchten gestern den ganzen Tag im Wald nach Spuren von Tieren, im und ums Wasser sowie nach Abfall. Bei dieser Gelegenheit wird der Müll auch gleich eingesammelt. Heute werden mit den Sachen, die im Wald gefunden wurden, Bastelarbeiten gefertigt. Morgen geht die ganze Truppe nach Derendingen an die Emme. «Dort suchen wir wieder nach Spuren im Wasser, im Sand und in Steinen», sagt Lis Dreier, Verantwortliche in der Villa 41. Die Kinder werden dort dann «Steinmännli» errichten. «Wir möchten den Gegensatz zwischen schönen und unschönen Spuren aufzeigen», erläutert Dreier: «Und welche hinterlassen werden dürfen, an denen sich auch andere erfreuen.»