Die Kinder hängen an den Lippen von Elf Thilas (Nico Barth), der im Wald ganz nah bei den sieben Zwergen wohnt. Eigentlich wollte jener den Frühlingsputz machen, doch als er das Publikum im Land Ebenum entdeckt, entschliesst er sich kurzerhand, ihm die Geschichte von Schneewittchen zu erzählen. Dabei leitet er die Szenen ein und stellt den Anwesenden die Figuren vor.

Diese sind ein wenig überspitzt und gerade deshalb schliesst man so manche von ihnen ins Herz.

Den Spielenden sind die Freude und das Anliegen anzusehen, den Kindern ein interessantes und schönes Theaterstück zu präsentieren. Es ist eines der klugen und besonderen Art und viel Feingefühl steckt dahinter. Es beginnt bereits damit, dass sich die Kinder auf Kissen direkt vor der Bühne hinsetzen können und damit ganz nahe am Geschehen sind.

Auf der Bühne passiert immer etwas: Musik aus verschiedenen Filmen, darunter aus dem Schneewittchen-Streifen von Disney, kommen passend zum Einsatz.

Die Dialoge sind witzig und ausgeklügelt, die Kostümierung ist kreativ und das Bühnenbild liebevoll ausgearbeitet: Ein langer gedeckter Tisch gehört zur Ausschmückung des Zwergenhäuschens, es gibt ein künstliches Wiesenstück, gezeichnete und konstruierte Bäume als Wald und auch der Keller des Schlosses mit dem magischen Spiegel der bösen Königin fehlt nicht. «So viel Platz hatten wir noch nie auf der Bühne zur Verfügung. Das wollten wir ausnutzen», erklärt Regisseurin Marie-Jeanne Traut.

Sie hat das Stück auf Mundart umgeschrieben. Vor über zehn Jahren verfasste sie die erste Version, damals führte das Teatro Mobile das berühmte Märchen der Gebrüder Grimm zum ersten Mal auf. Die grosse Bühne hat noch einen anderen Vorteil: Zwischen den vier Szenen muss das Bühnenbild nie gewechselt werden.

Schneewittchen findet die Zwerge

Da Königin Malena (Tanja Krieg) die Schönste im Land sein möchte, befiehlt sie dem Jäger (Christoph Stapfer), das tausend Mal schönere Schneewittchen (Melina Maspero) zu töten. Der Jäger bringt es jedoch nicht übers Herz und lässt Schneewittchen im Wald laufen.

Sie erreicht die Hütte der sieben Zwerge und wird vom lustigen Völkchen aufgenommen: So denkt Mampfi (Patrick Gerster) nur ans Essen und Hatschi (Johnny Sollberger) wirft mit seinem Niesen die umstehenden Kameraden stets aufs Neue um.

Wie immer legt das Teatro Mobile grossen Wert darauf, den Kindern die Angst vor den bösen Figuren soweit als möglich zu nehmen, indem sie ihnen einen peinlichen Charakterzug verleihen: Deshalb lacht Königin Malena so komisch, dass der Saal der Mausefalle gar nicht anders kann, als in Gelächter auszubrechen.

Die Moral besitzt einen hohen Stellenwert: Am Ende kann Schneewittchen den Prinzen heiraten und Malena erhält ihre gerechte Strafe.

Die Premiere vom Sonntag begeisterte Jung und Alt. Rund 90 Zuschauer haben sich eingefunden; dreimal fragte Elf Thilas die Kinder, ob ihnen das Theaterstück gefallen habe, und die «Ja»-Rufe schallten jedes Mal lauter zurück, während die Erwachsenen starken Applaus spendeten.


Nächste Aufführungen: 15./16., 22. und 23. März im Theater Mausefalle, Allmendstrasse 6, Zuchwil, jeweils um 15 Uhr