Kunstmuseum Solothurn

Gefundener Signer-Stiefel wird jetzt ein Fall für die Restauratorin

Robin Byland konnte den beschädigten Stiefel für das Kunstmuseum wieder in Empfang nehmen.

Robin Byland konnte den beschädigten Stiefel für das Kunstmuseum wieder in Empfang nehmen.

Der vermisste Stiefel, geschaffen von Roman Signer, ist wieder im Kunstmuseum Solothurn. Die Beschädigungen des Stiefels und seiner Befestigung erfordern eine fachgerechte Restauration. Der Stiefel wird auch deshalb vorderhand nicht mehr zu sehen sein.

Drei Tage lang war er spurlos verschwunden, nun wurde er gefunden und dem Besitzer, dem Kunstmuseum Solothurn, zurückgebracht: Der Stiefel von Roman Signer, seit 2004 als wasserspeiende Kunstinstallation im Museumspark zu bestaunen. «Der Stiefel wurde nicht weit von hier in einem Gebüsch gefunden und von der Polizei vorbeigebracht», bestätigt Robin Byland, wissenschaftlicher Assistent und Stellvertreter von Konservator Christoph Vögele, eine Stellungnahme der Kantonspolizei.

Gemäss dieser sei eine Passantin bereits am späten Montagvormittag auf das vermisste Kunstobjekt gestossen und habe es auf den Posten gebracht. Von der Täterschaft fehlt allerdings jede Spur; fest steht nur, dass der Stiefel in der Nacht vom Freitag auf den Samstag abhanden gekommen war.

Ein Fall für die Restauratorin

«Das Befestigungsrohr wurde mit Brachialgewalt aus der Verankerung im Querträger gedreht», erklärt Robin Byland. Der Stiefel sei zudem durch eine Druckstelle am Schaft beschädigt. Auch aus diesem Grund wird er vorderhand im Park nicht wieder installiert werden, «die Restauratorin wird sich um die Wiederherrichtung kümmern müssen.»

Immer noch überwiegt die Betroffenheit über die Attacke auf das Signer-Objekt im Kunstmuseum, auch wenn sich Konservator Christoph Vögele in den Ferien per SMS erfreut über das Wiederauffinden des abgerissenen Stiefels gezeigt hatte. Dieser war erst vor sechs Monaten versprayt worden, was aber durch restauratorische Massnahmen korrigiert werden konnte. Bei einem Totalverlust hätte man allenfalls auf die vorhandene Gussform zurückgreifen und eine Kopie herstellen können, was jedoch laut Vögele auf mehrere Tausend Franken zu stehen gekommen wäre.

Im Winter nicht in Funktion 

Wie man allenfalls den Stiefel besser sichern könnte, ist derzeit noch völlig offen. Doch bringen es Byland und Til Frentzel, Technischer Leiter des Museums, auf den Punkt: «Es kann doch nicht sein, dass sich die Kunst der Umgebung anpassen muss.» Auf das Winterhalbjahr hin wäre der Stiefel aber wie immer ohnehin stillgelegt worden. Denn in dieser Zeit wartet das Kunstmuseum über dem Park jeweils mit einer anderen, für Vandalen absolut unerreichbaren Installation auf: dem grünen Laser-Lichtgeflecht von Gunter Frentzel.

Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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