Galerie Arte Sol
Gefühle und Architektur werden ins Bild gesetzt

Mit den Arbeiten von Julia Moniewski und René Rios wirkt Architektur zum einen als Hintergrund und erscheint zum andern etwas seltsam als Vorwand.

Hans R. Fröhlich
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René Rios und Julia Moniewski stellen bei Arte Sol aus.

René Rios und Julia Moniewski stellen bei Arte Sol aus.

Wolfgang Wagmann

Julia Moniewski ist in der polnischen Stadt Inowroclaw geboren und interessierte sich schon als kleines Kind für Malerei und Musik. In der Folge entstanden erste Zeichnungen wie Studien von Menschen in ihrem Alltag und Porträts, jene Form, welche ihr von Anfang an am nächsten lag. Doch vorerst besuchte sie das Gymnasium für Kunst und Musik. In der neunjährigen Ausbildung lernte sie Klavier spielen. Darauf folgte ein Architekturstudium an der Hochschule in Bydgoszcz, Polen. Gleichzeitig besuchte Julia Moniewski zahlreiche Mal- und Zeichenkurse mit Schwerpunkt Figuren- und Aktzeichnen. Zurzeit ist sie in einem Architektur Büro in Bettlach tätig.

Gefühle ins Bild gesetzt

Julia Moniewski liebt die Menschen in ihren verschiedenen Stimmungslagen. Daher steht bei ihren Arbeiten die Porträtmalerei bis heute im Vordergrund. Stilistisches Vorbild ist die polnische Malerin Tamara de Lempicka, die Ikone der Art-Déco-Malerei. Mit kräftigen breiten Pinselstrichen und intensiven Farben hat die Künstlerin jedoch ihre eigene Ausdrucksweise gefunden. Neben frei erfundenen Themen verwendet sie auch Modelle. Die Bilder verkörpern jedoch stets ihre eigenen erlebten Gefühle und Stimmungen. Wie sie selber sagt, wundert sie sich, dass die Bilder durchweg besinnlicher oder trauriger Natur sind.

René Rios ist in Argentinien geboren und hat sich dort an der Faculté des Arts an der Universität Tucuman zum Master in visueller Kunst sowie in Architektur und Urbanismus ausgebildet. Das architektonische in seinen Arbeiten, Mischtechnik auf Kreidegrund ist nicht etwa auf zukunftsgerichtete urbanistische Visionen gerichtet, sondern verharrt retrospektiv bei skizzenartigen Ausschnitten von Barackenlagern mit aufgeklebten Serien von Holzmodellen, welche an die KZ im Zweiten Weltkrieg erinnern sollen.

Urbanistische Visionen

Le Corbusier hat sich selbst als Zeitzeuge bewusst von der Politik ferngehalten. Mit seinen als Warnung gedachten Arbeiten rollt René Rios die Frage(n) auf: Erschöpft sich seine Architektur im Barackenbau? Wie wäre es mit aktuellen urbanistischen Visionen? Und welche Wirkung seiner Arbeiten verspricht er sich bei den Ausstellungsbesuchern? René Rios arbeitet zurzeit als Kunstvermittler im «Creaviva» im Zentrum Klee und lebt in Lausanne.

Arte Sol Öffnungszeiten: Mi/Do/Fr, 14.30 bis 17.30 Uhr, Sa, 11 bis 16 Uhr. Samstag-Apéro: Sa, 19. September, 11 Uhr. Finissage: Samstag, 26. September, 11 bis 16 Uhr.

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