Kunstsupermarkt Solothurn
«Gefällig und schön» ist schnell verkauft - wer sich Zeit nimmt, entdeckt mehr

Der Kunstsupermarkt in Solothurn schreibt nun fast Halbzeit – noch bis am 10. Januar werden die Werke in der Rothushalle ausgestellt und verkauft. Was zieht Peter-Lukas Meier nach diesen Wochen für ein erstes Fazit?

Noëlle Karpf
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«Wir sind sehr zufrieden», sagt Meier. Es kämen sehr viele Leute in die Rothus-Galerie und bis jetzt hätte jeder Künstler ein Werk verkaufen können. «Wir spüren aber den schönen November», fügt er dann hinzu.

Es hätte wohl «eine Spur weniger Leute», die den Kunstsupermarkt bis jetzt aufgesucht hätten. «Das Problem haben wahrscheinlich die meisten Geschäfte. An sonnigen und schönen Tagen haben die Leute weniger Lust einzukaufen – oder gar Weihnachtseinkäufe zu erledigen.»

Impressionen vom 16. Solothurner Kunstsupermarkt
21 Bilder
83 Künstler stellen ihre Werke hier im Rothus aus.
Willkommen zum 16. Solothurner Kunstsupermarkt
Diese Künstler stellen ihre Werke aus
Das Gästebuch des Kunstsupermarkts
Hier kann die Arbeit der Künstler direkt beobachtet werden.
Hier kann den Profis bei der Arbeit zugesehen werden
Künstlerin und Besucher im Austausch
Der Arbeitsplatz von Künstlerin Ursula Engler
Das Kunstatelier - von oben
Künstlerin und Besucherin tauschen sich aus.
Foto-Kunst - «please don't touch!»
Die Werke einer spanischen Künstlerin
Die Werke einer spanischen Künstlerin
Das passende Kunstwerk schon gefunden?
Die Gemälde am Kunstsupermarkt werden für 99, 199, 399 und 599 Franken verkauft.
83 Künstler auf zwei Stockwerken
Impressionen vom 16. Solothurner Kunstsupermarkt
Auch an einem gewöhnlichen Freitagnachmittag lockt der Kunstsupermarkt Besucher
Auch im nächsten Raum gibt's noch mehr Kunst.
In jeder Box sind Kunstwerke eines anderen Künstlers zu finden.

Impressionen vom 16. Solothurner Kunstsupermarkt

Noëlle Karpf

Trotzdem kommen Besucher – auch an einem «gewöhnlichen Nachmittag» wie an diesem Freitag. Man müsse auch bedenken, dass der Kunstsupermarkt nicht mitten in der Stadt stattfinde - «bei uns schaut man nicht nur zufällig vorbei – hier muss man wirklich hin wollen.»

Kunst-Ateliers als Publikumsmagnet

Vor allem die Künstler-Ateliers, die jeweils am Freitag-, Samstag- und Sonntagnachmittag stattfinden, seien sehr beliebt. «Das zieht schon», sagt Meier. Es sei für die Besucher interessant zu sehen, was hinter einem Gemälde steckt.

Und: Wer den Künstler kennt und einen Arbeitsprozess mitverfolgt, entscheidet sich danach auch eher für ein Bild, das er sonst nicht gekauft hätte.

Natürlich gäbe es immer Künstler, die mehr verkaufen als andere. Kunst, die «gefällig und einfach schön ist» ginge am Supermarkt schneller weg.

«Wenn die Besucher aber Zeit haben, sich mit Künstler und Werken auseinandersetzen, entscheiden sie sich auch für ein Gemälde, das eine Aussage oder ein Thema behandelt», erklärt Meier. Diesen Effekt würden die Kunst-Ateliers verstärken.

Dieses Jahr handle es sich bei der Hälfte der Aussteller um jüngere Künstler, die vor ihrem Durchbruch stehen und zum Teil zum ersten Mal ausstellen. «Das beziehen wir aber auf die Region», räumt Meier ein.

In einem anderen Teil der Schweiz seien die Künstler vielleicht schon erfolgreich – in der Umgebung höre man am Kunstsupermarkt vielleicht zum ersten Mal von ihnen.

Werbung erst nach Eröffnung eingesetzt

Bis jetzt wurden nach Aussagen Meiers rund 2000 Kunstwerke verkauft. «Zu Beginn der Ausstellung verkaufen wir tendenziell eher mehr Gemälde – wenn wir bis zum Schluss des Supermarkts auf 3000 Werke kommen sind wir zufrieden.»

Weil zu Beginn die Besucher die Ausstellung zum Teil stürmen, hätte man dieses Jahr bewusst erst im Dezember – nach Beginn des Kunstsupermarkts – mit Werbung angefangen.

Dadurch ist es am Anfang etwas weniger hektischer zu und her gegangen. Und das könne auch ein Grund sein, wieso es dieses Jahr etwas weniger gut laufe, als beim letzten Kunstsupermarkt.

Die beliebteste Künstlerin dieses Jahr ist eine Iranerin, die heute in Zürich wohnt. Schon letztes Jahr war Soraya Hamzavi Luyeh der Publikums-Liebling.

«Sie hat wohl am meisten verkauft», schätzt Meier. Er beschreibt ihren Stil als «populär, unproblematisch – einfach zu entdecken und leicht an die Wand zu hängen.»

Von den erfolgreicheren Künstler hätte man schon Nachschub bestellt. «Natürlich handelt es sich bei den Gemälden ausschliesslich um Unikate», räumt Meier an dieser Stelle ein. «Wer hier etwas kauft kann sich sicher sein, dass niemand anders das gleiche Kunstwerk ersteigern kann.»