Nur noch die grüne Store mit der Aufschrift Buchhandlung erinnert am Stalden an die langjährige Altstadt-Buchhandlung. Beim Blick ins Innere präsentiert sich jedoch eine elegante Bar mit Durchblick bis auf die Westringstrasse.

«Seit sieben Monaten haben wir umgebaut», erzählt Franz Schäfer, der die Buchhandlung im März schon einmal als fasnächtliche «Piratenbar» betreiben hat. An sich wollte der erfahrene Gastronom – er führte fünf Jahre das «L’Industrie» und kochte vier Jahre lang im «Kreuz» – ein Restaurant in Biel eröffnen. Doch dann entschloss er sich, die Liegenschaft am Stalden, die im Besitz seines Vaters ist, für sein neues Lokal zu nutzen.

Draussen, innen, oben und unten

Wie die meisten Häuser der westlichsten Altstadtzeile hat auch das Restaurant Stalden zwei Gesichter: eines auf den Stalden und eines auf die Westringstrasse hinaus. Auf beiden Seiten kann draussen gewirtet werden, rund 15 bis 20 Plätze sinds auf der Gasse, 25 sind im «Gärtli» möglich.

Dazu kommen im eigentlichen Restaurant 30 bis 35 Plätze; das als Säli nutzbare Altstadtzimmer mit Stuck im Obergeschoss kann nochmals zehn bis 20 Gäste aufnehmen. Und im Kieskeller, wo auch Weine aus dem Piemont zu erstehen sind, können es sich ebenfalls zehn Personen bequem machen.

«Aber alles gleichzeitig können wir gar nicht bewirten», meint FranzSchäfer angesichts des vierköpfigen Teams, das sich auch kulinarisch ambitioniert gibt.

«Einfach gutes Essen machen»

Küchenchefin Esther Bucher, die ihre Sporen im «Emmenhof» Burgdorf abverdient hat und die klassische französische Küche aus dem Effeff kennt, setzt im «Stalden» eher auf einen bunten Mix – spanische Tapas, italienische Antipasti aber auch schweizerisch Bodenständiges vor allem im Winter sollen ihren Platz haben.

«Wir wollen einfach gutes Essen mit guten Produkten machen», lautet das Credo von Esther Bucher und Franz Schäfer. Originell der hinter einer Glasscheibe mitten im Lokal platzierte Kochherd, der jedoch nur eine begrenzte Kapazität zulässt. So wird eine kleine Karte das tägliche Menü ergänzen, für die kalte Küche steht jedoch auch das Obergeschoss zur Verfügung.

Delikate Häppchen sind ohnehin eine der Stärken von Schäfers Crew, der diese seit etlichen Monaten auch an der Gurzelngasse am Wochenmarkt feilbietet. «Vielleicht legen wir dort nach dem Neujahr eine Winterpause ein», so Schäfer, der sich auch vorstellen könnte, dass das jetzige Märet-Angebot dereinst direkt im Restaurant von der Kundschaft gesucht wird.

Ein weiteres spezielles Angebot am Stalden: An der Bar ist der Espresso – ganz wie in Italien – für rund 2,30 Franken zu haben, «im bedienten Bereich kostet er jedoch gleich viel wie anderswo.»

Das Restaurant Stalden ist am Sonntag nur für den Brunch geöffnet, am Montag ebenfalls geschlossen. Ansonsten ist es jedoch jeden Tag ab 9 Uhr durchgehend geöffnet.