An der Jahresversammlung des Hauseigentümervereins Region Solothurn hielt dessen Präsident Christoph Geiser fest, dass der Markt von Wohn- und Büroraum einerseits komplexer, andererseits durch Vergleichsplattformen transparenter wird. Dazu kämen vermehrt Anforderungen aus dem politischen Bereich. Deshalb freute sich das Vereinssekretariat, dass der Mitgliederbestand auf fast 7700 gestiegen ist - ein starker Verband sei vonnöten.

Die Zinsen seien nach wie vor tief und Investitionen in ein Eigenheim deshalb eine echte Anlagealternative, stellte Präsident Geiser weiter fest. «Die Bautätigkeit ist immer noch deutlich wahrnehmbar, jedoch zeichnet sich eine leichte Abschwächung ab. Zahlreiche Mehrfamilienhäuser, seien es Eigentums- oder Mietwohnungen, sind im Bau. Viele Investoren rechnen mit einer Zuwanderung durch Biogen-Mitarbeitende, so dass die Ausweitung des Mietangebots durch den Markt hoffentlich aufgefangen werden kann.»

Wunschobjekt am Wunschort

Generell haben es Neubauwohnungen leichter, vom Markt absorbiert zu werden. Entsprechen sie dazu dem erwarteten Standard und stehen an guter Lage, sind die Mietzinse augenscheinlich gestiegen. Grosse Ausschläge erwartet Geiser aber nicht, da die Region nie so heftigen Schwankungen wie die grossen Schweizerstädte unterworfen war. Sorgen bereiteten die vielen leer stehenden Büro- und Geschäftsräumlichkeiten.

Reto Gasser legte in Vertretung des abwesenden Geschäftsführers Beat Gerber den Jahresbericht des Sekretariats vor. Es wurden unter anderem 180 Abnahmen für Wohnungen und Einfamilienhäuser sowie 110 Bewertungen durchgeführt und 1257 Rechtsauskünfte erteilt. Sie betrafen die Gebiete Miet-, Bau- und Erbrecht sowie das Stockwerkeigentum. Für 18 835 Franken wurden Formulare und weitere Drucksachen verkauft; die Möglichkeit des Bezugs über das Internet hat hier zu einem Rückgang geführt. Dazu kommt das Ansteigen von Beiträgen an den Kantonalverband und den HEV Schweiz, was sich in einem Defizit in der von Kurt Bargetzi erläuterten Jahresrechnung niederschlug.

Politischer Ausblick

Gasser führte weiter aus: «Die Zeiten bleiben weiterhin garstig für das Wohneigentum. Es gilt wachsam zu sein, dass das Eigentum nicht weiterhin schleichend mit zusätzlichen Gebühren, Auflagen, Steuern, neuen Gesetzen und weiteren Einschränkungen belastet wird. Deshalb ist der Hauseigentümerverband auf aktive Politiker angewiesen, die sich dem Thema des Haus- und Grundeigentums annehmen. So wurde unlängst ein Komitee «Menschen für Klimaschutz.

Gegen Energiebürokratie und Kostenwahnsinn» gegründet. Hier nahm Kantonsrat Markus Spielmann, seines Zeichens Geschäftsführer des kantonalen Hauseigentümerverbandes, den Faden auf und ging mit der kantonalen Gesetzesvorlage, über die am 10. Juni abgestimmt wird, hart ins Gericht. Einige seiner Argumente: «Wir wurden weder angehört noch ernst genommen. Die Gesetzesrevision ist nicht nötig, aber Solothurn geht aufs Maximum. Die Verordnung liegt nicht vor.

Die Regelungsdichte, Kostenfolgen und Bürokratie stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen. Es wurden alle Details geregelt, statt dass man die Ziele vorgegeben und die Wahl der Mittel frei gelassen hätte. Die Um- und Durchsetzung soll durch die Gemeinden erfolgen. Die Verteuerung des Wohnens bleibt ohne angemessenen Nutzen für Eigentümer und Mieter. Die Einführung neuer Sanierungspflichten bringt die Mammutaufgabe des Heizungsersatzes mit sich. Zwänge wie die Eigenstromerzeugung oder Zwang zu bestimmten Energieträgern sind abzulehnen.»

Nach dem geschäftlichen Teil der Jahresversammlung unterhielt das Zauberduo Domenico die 440 Teilnehmenden aufs Beste, bevor zu Apéro und intensivem Gedankenaustausch geschritten werden konnte.