Bereits zum dritten Mal führt Thomas Schnetz das OK des Märetfeschts, in dem er drei Jahre zuvor als Mitglied das Rüstzeug für die Chef-Rolle geholt hat. «Wir wollen auch diesmal das Märetfescht nicht in den Grundzügen erschüttern», verweist er auf die bewährten Strukturen. So erstreckt sich der Festperimeter wieder vom Klosterplatz mitsamt Kollegiumshof über den Kronenstutz, die Hauptgasse zum Märetplatz, umfasst ebenso die westliche Hauptgasse wie die Gurzelngasse und den Stalden mit dem Friedhofplatz als dritte zentrale Anlaufstelle. Zwischen dem Baseltor und dem Kronenplatz ist wieder Brocante mit 20 Trödler-Ständen angesagt. «Und auch der Kollegiumshof an der Goldgasse wird wieder durch Insieme bewirtschaftet», erklärt Schnetz.

Märet und Fescht

Insgesamt kann das 41. Märetfescht mit 190 Ständen aufwarten, darunter sind 18 Bars, 22 Festwirtschaften, 21 Restaurants und 32 Verpflegungsstände. Dem Verkauf frönen 77 Standbetreiber, «schade ist nur, dass sich die Mitglieder der Stadt- und Gewerbevereinigung so wenig beteiligen», bedauert der OK-Chef den zunehmenden Verlust des «Märet-Charakters» am Stadtfest. Hingegen konnte nach einigen Spannungen in den letzten Jahren zwischen der IG Märet, welche die Standbetreiber am ordentlichen Wochenmarkt vertritt, und dem Märetfescht-OK, dieses Jahr wieder eine einvernehmliche Lösung gefunden werden. In der Gurzelngasse werden fürs Märetfescht primär mobile Wagen-Stände platziert, welche dort die obere Märet-Hälfte am Samstagvormittag für das übliche Marktreiben räumen müssen. Auch auf dem Märetplatz gibts Gemüse zu kaufen, ehe anfang Nachmittag wieder überall der Festbetrieb beginnt.

Sicherheit und Alkohol

Wie immer hat das OK auch bei zwei «Märetfescht-Reizthemen» vorgesorgt. Thomas Schnetz: «Für sämtliche Bar-Betreiber hat ein Info-Anlass in Zusammenarbeit mit dem Blauen Kreuz stattgefunden, um sie für den Jugendschutz zu sensibilisieren.» Auch die Sicherheitsaspekte habe man vorgängig mit der Stadtpolizei und dem Sicherheitsdienst VIP Security beleuchtet und das entsprechende Dispositiv überprüft.

Im Weiteren sei erneut eine Vereinbarung mit den Betreibern am Landhausquai getroffen worden, «damit sie nach zwei Uhr nichts mehr ausschenken und alle die gleichen Richtlinien befolgen», verweist der OK-Chef auf den offiziellen Festschluss in beiden Nächten. Man wolle damit vermeiden, dass bei schönem, warmen Wetter das Party-People in den Morgenstunden Richtung Aareufer ausweicht.

Frauenfussball-WM

Auf dem Klosterplatz präsentiert das OK etwas Neues: In der dortigen «Feusi-Arena» führt das Bildungszentrum Feusi als Hauptsponsor zur Feier ihres 30-jährigen Bestehens des Standorts Solothurn eine Bar. Der langjähriger Hauptsponsor SoBa hat sich zurückgezogen, die GA Weissenstein AG unterstützt das Märetfescht dagegen nach wie vor.

In der «Feusi-Arena» wird abends Party gemacht, dieses Jahr ist am Klosterplatz aber auch Frauenfussball zu sehen. «Letztes Jahr haben wir während des Märetfeschts die laufenden WM-Spiele der Männer gezeigt. Dieses Jahr sind in Frankreich die besten Frauenteams der Welt im Einsatz. Dem Frauenfussball wird nicht nur in der Schweiz wenig Beachtung geschenkt,» meint das OK zum neuen Programmpunkt. Weil derzeit auch Begriffe wie Gleichberechtigung und Solidarität gross geschrieben würden, soll deshalb der Frauenfussball am Märetfescht eine Plattform erhalten. Die beiden Viertelfinal-Spiele vom Samstag um 15 und 18.30 Uhr werden auf dem Klosterplatz auf einer Leinwand gezeigt. Das OK hoffe «auf viele Fussballfans, die mitfiebern!»

Schlimmer als schlechtes Wetter

WM- oder EM-Fussball mit der Schweizer Nati im Einsatz hatte sich jeweils fast dämpfender auf den Festbetrieb ausgewirkt als schlechtes Wetter, das dieses Jahr wie so oft ohnehin kein Thema sein dürfte. Aber im Vorjahr war am Märetfescht-Freitag nach dem Sieg gegen Serbien der Festrummel wesentlich kleiner als auch schon, und Katzenjammer pur herrschte jeweils nach den WM-Outs gegen Honduras 2010 oder Spanien 1994 oder beim Ausscheiden nach dem Penaltyschiessen gegen Polen an der EM 2016.