«Solothurn liegt am Meer» - Franco Supinos Bonmot könnte abgewandelt auch heissen: «Rio liegt an der Aare». So scheuen hiesige Veranstalter keine Mühe, um das Ambiente der WM 2014 in die Barockstadt zu holen.

Und das auf Sand, unterm Sternenzelt und auf Grossleinwand. Zunächst sind es zwei Veranstalter, die im Reigen der Public-Viewing-Anlässe die (hoffentlich) lauen Sommernächte nutzen wollen; zwischen 12. Juni und 13. Juli - zum Teil auch über den Zeitraum der WM hinaus.

Wieder ein «Dornacherstrand»

Auf dem Dornacherplatz wird das Vierergespann von «Beach Style» aktiv: Michel von Burg, Umberto Monopoli, Simon Tanton-Brown und Pippo Palermo. Die Organisation hatte vor zwei Jahren bereits den Beachsoccer-Anlass aufgegleist und die Vorstadt zum sportlichen Sandstrand verwandelt.

Von diesem Anlass sollen Erfahrungswerte in die diesjährige Reprise einfliessen. Und Sand gibt es auch heuer wieder, wenn auch nicht mehr als Spielfläche, sondern als Stilelement vor einer überdachten Tribüne mit 435 Plätzen.

Die Gesamtkapazität des Geländes beträgt rund 1000 Personen. Zu sehen sein werden hier nur Spiele, die vor Mitternacht starten: Um 0.30 Uhr ist Schluss, geben die Veranstalter bekannt.

Dies, obschon seitens Stadt für die Bewilligungsgesuche eine Freigabe über eine halbe Stunde nach Spielende gegeben wurde. «Die Einschränkung haben wir uns aus Rücksicht auf die Anwohner selbst auferlegt», so Platzchef Monopoli.

Auch in Sachen Littering wollen die Veranstalter genau hinschauen. Schliesslich sei der Anlass als Mehrwert für Solothurn und für die Vorstädter gedacht: Neben weiteren Freiwilligen wirkt auch die Vereinigung Pro Vorstadt mit - beispielsweise beim Aufbau.

Und es sollen nicht nur Sportfreunde auf ihre Rechnung kommen: «Ein familienfreundlicher Grossanlass mit kulturellen Höhepunkten soll es werden», so Tanton-Brown. Geplant sind ein Familientag, Hüpfburgen, Sandkästen, ein Playstation-Videospiel-Turnier und als Kultur-Schwerpunkt: das erste Comedy-Festival von Solothurn.

Ob Public Viewing oder nicht - «Beachstyle» soll nun alljährlich stattfinden und im Trend des «Strands in der Stadt» zum festen Markenzeichen auf dem Dornacherplatz werden.

«Für jeden, der Lust hat»

Ebenfalls einen freien Blick vom Sand aufs Grün wird man beim CIS-Sportzentrum bekommen. Micha Rusterholz, Präsident des Beach Soccer Clubs Solothurns und vor zwei Jahren auch Mitstreiter bei «Beach Style», will auf 4500 Quadratmetern und 600 Tonnen Sand eine Public-Viewing-Oase schaffen.

Auch hier wird eine überdachte Tribüne die 400 - eventuell noch mehr - Zuschauerplätze vor Petrus' Launen abschirmen. Auch Kundenanlässe von bis zu 600 Personen sollen möglich sein.

Rusterholz selbst setzt die Matchs, die um Mitternacht beginnen, als zeitliche Oberlimite. Und da ohnehin nur Vorrundenspiele nach zwölf Uhr beginnen, besteht bei diesen das «Risiko» einer Spielverlängerung ohnehin nicht.

Auch im CIS reicht die angepeilte Zielgruppe über den passionierten WM-Fan hinaus: «Jeder der Lust hat, soll kommen. Wir wollen ein Fest, das allen gefällt, gerade auch den Familien», so Rusterholz.

Sandburgen-Wettbewerb, eine Mini-WM mit Junioren, die die Matchs der «Grossen» nachspielen, oder weitere Anlässe liefern das entsprechende Rahmenprogramm zum Geschehen auf der Leinwand.

«Brasilianische Lebensfreude» steht für Rusterholz im Vordergrund. Denn da er wegen des Grossprojekts nicht nach Rio fährt, holt er besagte Lebensfreude eben nach Solothurn. So gehören laut Veranstalter Stranddekor, Barbetrieb und Meeres-Feeling am «schönsten der Standorte» dazu.

WM-Fieber auch im «SolHeure»

«Wie gehabt» dürfte die Fussball-WM im «SolHeure» für Geschäftsführer Alan Voser ablaufen. «Draussen auf der Terrasse gibts keinen Fussball. Drinnen im Restaurant werden wir für die Fans wieder Festbänke aufstellen, deren Plätze auch online gebucht werden können.»

Die Übertragungen seien innerhalb der normalen Öffnungszeiten geplant - unter der Woche also spätes Spiele nur noch gezeigt «wenns besonders spannend ist.» Dies gelte auch für das Uferbau-Kino, das man bei Bedarf öffnen wird.

«Dort nehmen wir auch Gruppenreservationen mit Essen entgegen», meint Voser, der daneben auf Zusatzattraktionen wie Tippspiele um Getränke und Verpflegung setzt.

Nur Schweiz-Spiele im Kofmehl

Wesentlich kleinere Brötchen backt man in der Kulturfabrik Kofmehl. «Wir zeigen nur die Schweizer Spiele», weiss Programmchef Chrigu Stuber bereits. Ob in der Raumbar oder in der grossen Halle stehe noch nicht fest.

Doch «das Hauptaugenmerk liegt auf unseren Konzerten und ich gehe bei diesem riesigen Angebot diesmal eher von der Raumbar aus - wir werden das Ganze also nicht an die ganz grosse Glocke hängen», zeigt sich Stuber angesichts der breit gefächerten Konkurrenz eher von der vorsichtigen Seite. 2006 hatte das Kofmehl alle WM-Spiele in Deutschland gezeigt. Kommentar rechts