Solothurn
Fussball-Erinnerungen in Schwarz-Gelb: SC Blustavia feiert sein 75-Jahr-Jubiläum

Der Sportclub Blustavia feiert heuer mit seinen rund 260 Mitgliedern sein 75-Jahr-Jubiläum. In seiner Geschichte hat der Club viele ‹Aufs› und ‹Abs› erlebt. Heute ist von den «mageren Jahren» aber nichts mehr zu spüren.

Andreas Kaufmann
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Vereinsarchivar und Coach Thomas Wälti (l.) sowie Präsident Peter Hauser am Schwelgen in Erinnerungen.

Vereinsarchivar und Coach Thomas Wälti (l.) sowie Präsident Peter Hauser am Schwelgen in Erinnerungen.

Andreas Kaufmann

Es ist unmöglich, all die Mannstunden zu zählen, die Thomas Wälti, J+S-Coach beim SC Blustavia Solothurn, in die Archivierung und Digitalisierung der Vereinsgeschichte gesteckt hat. «Das macht man mit Herzblut», sagt er stattdessen.

Und wie mit der Chronik halten es die Blustavianer mit allen Facetten ihres 75-jährigen Clubs. Überall steckt Herzblut drin. Auch als 2011 der Garderobentrakt des Clubhauses an der Weststadtstrasse abbrannte, gab es an Helfern keinen Mangel, um den Wiederaufbau finanziell oder durch Einsatz voranzutreiben. «Unser Club ist wie eine Familie», stellte Präsident Peter Hauser damals, aber auch sonst immer wieder von neuem fest.

Wie alles begann

Familiär hat es 1939 auch angefangen. Damals schmückten sich Quartiere und Firmen stolz mit eigenen Clubs: FC Bielstrasse, FC Stalden, FC Autophon, FC Post und Rathaus und FC Volksbank. Auch im Blumensteinquartier wohnte ein fussballbegeisterter Menschenschlag, der sich aus Spass am Sport auf der grünen Wiese austobte.

Der heute 94-jährige Hans Leuenberger liess in Gründungsprotokollen anno 1939 durchblicken, was ihm Fritz Jenny damals im Juni in der Badi vorschlug: «Wir sollten doch einen Fussballclub aus heutigen und früheren Blumenstein-Bewohnern gründen.»

Aus Blumenstein wurde «Blust», aus «Blust» der Sportclub Blustavia, mit rund 15 bis 20 Vereinsmitgliedern, «gerade genug für eine Mannschaft», so Wälti. Das Timing war aus heutiger Sicht nicht sonderlich glücklich: 1941 wurde ein Grossteil der «Tschütteler» in den Aktivdienst berufen. Erst nach 1945 kam der SC Blustavia wieder auf Touren, nachdem er als Untersektion des FC Solothurn den Krieg «überwintert» hatte.

1948 bekannte der Club eigene Farbe: Gelb-Schwarz statt Rot-Weiss. 1951 traten die «Blumensteiner» – die nicht mehr nur aus Quartierbewohnern bestanden – dem Schweizerischen Fussballverband SFV (damals Schweizer Fussball- u. Athletikverband) bei. Gleichzeitig kehrten sie dem Firmensportverband den Rücken zu: Die dort geltenden Reglemente konnten nicht mehr eingehalten werden. «Als Solothurner nicht mehr genehm», liest sich dazu in der Vereinschronik.

Lange Zeit hatte Blustavia keine feste Heimat, aber genoss nomadisch bei diversen Clubs der Region Gastrecht: so unter anderem in Rüttenen, Zuchwil oder Gerlafingen. Ein eigenes Trainingsareal bei der Sperisengrube (heute Pfadiheim) stand schliesslich nach Kriegsende zur Diskussion, wurde aber wieder verworfen. Dafür erhielten die Blustavianer von der Stadt in der Aarmatt 1954/55 ihren Sportplatz und errichteten mit eigenen Mitteln ein Klubhaus. Eine Durststrecke erlebte der Club in den Siebzigern, als die Aarmatt wieder aufgegeben werden musste. Schliesslich erhielt der Club aber ab 1976 im Mittleren Brühl sein heutiges Zuhause.

Einige Jubiläumsgeschenke

«Der Club erlebte viele ‹Aufs› und ‹Abs›», bestätigen Wälti und Hauser. Zu den «Abs» zählt die Jahrtausendwende, während der die zweite Mannschaft aufgelöst werden musste – wegen «unglücklicher Umstände».

Oder die bis 1980 vergeblichen Bestrebungen, eine Juniorenabteilung ins Leben zu rufen. Doch auf Talfahrten folgen auch immer Bergfahrten: Anfang der 1980er-Jahre kam der Juniorenbereich dann endlich doch zustande und konnte und bis heute als «Team Brühl Solothurn» (in Kooperation mit dem FC Post) wachsen. Heute ist von «mageren Jahren» nichts mehr zu spüren.

Der SC verfügt über drei Herren- und zwei Damenmannschaften, deren jüngste Erfolge als Transparente am Clubhaus hängen: «Aufstieg» steht dafür, dass der SC nun zum dritten Mal zum Zweitligisten wurde. «Wir haben eine Saufreude», kommentiert Wälti das errungene Jubiläumsgeschenk. Das andere Transparent «Cupsieger» ist der ersten Aktivmannschaft der Frauen gewidmet. Das Fünfundsiebzigste ist ein Jubiläumsjahr, das wahrlich keine Wünsche offen lässt.

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