Solothurn
Für jeden Untergrund gibts an den Bike Days das passende Velo

Die Bike Days in Solothurn am übernächsten Wochenende bieten nicht nur viel sportliches Spektakel – sie sind auch das umfassendste Schaufenster der nationalen Velobranche.

Peter Hummel
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Auch die Bike-Days-Aussteller kämpften schon mit den Tücken des Bodens hinter der Reithalle.

Auch die Bike-Days-Aussteller kämpften schon mit den Tücken des Bodens hinter der Reithalle.

Hanspeter Baertschi

Sie ist an der Ausstellung in Solothurn mit 130 Ausstellern und 275 Marken fast lückenlos vertreten. Highlights sind die E-Bikes, die nochmals einen Gang höher schalten, und Fatbikes, die in der Bergwelt wie im Stadtbild der heisseste Trend sind.

Die grossen Drei

Das Elektrovelo hat nochmals rasant Fahrt aufgenommen: 2014 wurden in der Schweiz 57 600 neue E-Bikes verkauft, 16,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Klar ist: Der E-Bike-Boom geht weiter, der leichte Nachfragerückgang 2013 war nur eine kleine Verschnaufpause. Seit 2005 wurden in der Schweiz nun über 300 000 neue E-Bikes verkauft.

Für zusätzlichen Schub sorgen aktuell gleich drei ganz grosse Player aus der Velo-, Moto- und Autoindustrie, die nach kürzerem oder längerem Vorlauf ihre eigenen Antriebssysteme präsentieren: Continental, Shimano und Yamaha wollen Primus Bosch seine marktdominierende Stellung streitig machen. Erste Modelle sind in der Schweiz bereits erhältlich. Dazu kommen neue Spezialanbieter, die einfache Nachrüstkits für herkömmliche Velos anbieten. Aber auch heimisches Elektro- und Feinmechanik-Know-how bleibt am Puls der Entwicklung: Die Obwaldner Firma Maxon, die sich mit Micromotoren für die NASA einen Namen machte, stellt an den Bike Days ihren neuen Heckantrieb vor.

E-Mounties im Trend

Abgesehen von Antrieb und Optik gibt es zwei vorherrschende Trends: die selbstverständliche Etablierung der E-Mounties. Selbst eine bislang nicht sonderlich sportive Marke wie Flyer bringt nun erstmals drei richtige Elektro-MTBs. Und der Durchbruch der Konnektivität: Was der ST2 von Stromer letztes Jahr als Erstes bieten konnte, die Steuerung via Smartphone, wird künftig zum State of the Art werden.

«Fatties» kommen

Die Welt wird aber auch immer gegensätzlicher: Das E-Bike, das beschleunigt, und das Fatbike, das entschleunigt. Offenbar gilt der Slogan «Big is beautiful» auch fürs Velo – sonst würde neuerdings nicht praktisch jede Firma solch ein «SUV-Bike» mit überbreiten Reifen anbieten. Die Fatties eröffnen dem Biker ganz neue Terrains: Citypromenaden, wo man auffällt, gleichermassen wie Matsch- oder Schotterpfade, wo man mit den ultrabreiten Schlappen einfach durchwalzt.

Fett ist auch gleich der Name der neuen Schweizer Marke Bold, sie sich in Solothurn erstmals der Öffentlichkeit präsentiert – aber nicht einfach mit dicken Reifen, sondern gleich mit einer Weltpremiere: Einem Mountainbike, dessen Dämpferelement unsichtbar im Sitzrohr integriert ist. Der Schweizer Fahrradhersteller BMC hat ebenfalls angekündigt, an den Bike Days ein noch nie gezeigtes Mountainbikemodell vorzustellen. Worum es sich bei der Neuheit handelt, wird jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verraten.

Daneben sind in Solothurn neben diesen Megatrends viele weitere spannende Innovationen zu sehen: Etwa die erste elektronische Schaltung für Mountainbikes von Shimano, eine vereinfachte Getriebeschaltung von Pinion oder Retrovelos, die mit hochwertigen modernen Komponenten veredelt werden, wie etwa das Jalla von Simpel oder das Jubiläumsrad 130 von Diamant.

Auftanken und Ausreiten

Abgerundet wird die Velo-Expo seit eh und je durch zahlreiche touristische Anbieter, allen voran die Lenzerheide. Ein besonderer Trumpf der Bike Days ist aber die Möglichkeit, all die Velos nicht nur zu bestaunen, sondern zu einem schönen Teil auch zu testen: Für realitätsnahe Probefahrten werden Teststrecken für Cross Country, Downhill, City-/Rennvelo und E-Bike ausgeschildert.

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