Solothurn
Für ihren Berufsweg fit gemacht: Absolventen verlassen nun die Hohenlinden

Seit 1962 unterstützt die Hauswirtschaftliche Ausbildungstätte Hohenlinden junge Menschen mit einer Lernbeeinträchtigung. Nach einem Zweijahreskurs sind sie fit für einen beruflichen Weg mit praktischen Aufgaben.

Gundi Klemm
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14 der 16 Hohenlinden- Absolventinnen und -absolventen, die jetzt in das Berufsleben starten.

14 der 16 Hohenlinden- Absolventinnen und -absolventen, die jetzt in das Berufsleben starten.

Gundi Klemm

Strahlend nahmen zehn junge Frauen, die künftig mehrheitlich in Institutionen wie Altersheimen, Kinderkrippen oder im Reinigungsservice sowie in der Gastrobranche arbeiten werden, ihre Berufsanerkennungen entgegen. Eine Auszubildende wechselt in ein ausserkantonales zweites Jahr. Und fünf junge Menschen aus Eritrea beendeten ihren erstmals in kantonalem Auftrag hier durchgeführten Jahreskurs für «Unbegleitete minderjährige Asylsuchende».

Wie alljährlich in der Hohenlinden wird der Schulabschluss im Beisein von Angehörigen der Lernenden sowie Vertretungen von Aufsichtsbehörden und Partnerorganisationen, stets fantasie- und liebevoll gestaltet. Heimleiterin Brigitte Kober bettete die Schlussfeier unter dem Titel «Finissage 2017» in ernste und humorvolle Betrachtungen zum Schul- und Wohnalltag in der Hohenlinden ein.

Nach der eröffnenden Aufzählung der vielfältigen Handgriffe, Fertigkeiten und der Kompetenzen, die im Rahmen des Ausbildungstrainings erworben werden, betonte die Leiterin, dass für niemanden das weitergehende lebenslange Lernen aufhöre. «Ihr habt etwas geleistet, denn niemandem fallen Berufsausweise so einfach in den Schoss. Freut euch an dem stolzen Gefühl.» Doch jedes Ende bedeute immer auch einen neuen Anfang, der stets Ausdauer erfordere, um schrittweise weitergehende Ziele zu erreichen, legte sie der Absolventengruppe ans Herz. «Ab jetzt tragt ihr für euren Lebensweg eigene Verantwortung.»

Mit einem Kunsterlebnis

Hohenlinden-Lehrkräfte hatten gemeinsam mit den jungen Mitgliedern des ersten Ausbildungskurses farbenfrohe und vor alle originelle Gemälde hergestellt, die Charakteristika der jungen Absolventinnen ausdrücken. Die das Kunstwerk begleitenden Texte, vorgelesen von Angehörigen des Kollegiums, unter Titeln wie «Ruhepol», «Aktuell im Netz» oder «Drama in Farbe» liessen neben stilistischen Merkmalen durchaus auch prägende Eigenschaften der jungen Frauen erkennen. Aus zugerufenen Stichworten zur Persönlichkeit der Porträtierten formte Theaterpädagoge Adrian Wicki heitere improvisierte Spielszenen, die herzlichen Beifall im grossen Publikum fanden.

Alle Beteiligten dieses Jahrgangs wurden mit ihren individuellen Bildern beschenkt. Die jungen Leute aus Eritrea, die ihre Ausbildung und vor allem den Sprachunterricht in Integrationskursen fortsetzen werden, erhielten alle ansprechende Darstellungen ihrer Fünfergruppe.

Neue Rekordzahl

Begleitet von vielen guten Wünschen, verliessen die 16 Absolventinnen und Absolventen nach einem fröhlichen Festausklang ihre Ausbildungs- und Wohnstätte, die sie für unterschiedlichste Tätigkeiten und Berufswege fit gemacht hat.

Im August startet der nächste Zweijahreskurs mit der Rekordzahl von 35 angemeldeten jungen Menschen. Dann sind Ausbildungsplätze und unterschiedliche Wohn- und Betreuungsformen, die Hohenlinden bietet, intensiv ausgelastet.