Aare-Schifffahrt
Für die Öufi-Boote gibt es kaum ein Durchkommen bei der «Engibrücke»

Der neue Schiffssteg in Zuchwil ist zwar eingeweiht, aber ein Anlegen dort für die «Öufi»-Boote bisher ein Problem. Denn die Wengibrücke war bis jetzt aareabwärts ein Nadelöhr.

Wolfgang Wagmann
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Ganz eng rechts am Südpfeiler vorbei kann die «Pisoni» passieren. ww

Ganz eng rechts am Südpfeiler vorbei kann die «Pisoni» passieren. ww

Verwöhnt war Fredy Fankhauser bisher im Jahr 2013 nicht gerade: Zuerst hielt das nasskalte Frühlingswetter die Lust an Schifffahrten in Grenzen, auch wenn Fondue-Fahrten im Programm der «Öufi»-Flotte einen hohen Stellenwert geniessen. Und als letzte Woche endlich Himmelblau und Sonnenschein dominierten, verunmöglichte das Hochwasser generell die Schifffahrt. «Die Aare führt mit 400 Kubikmetern pro Sekunde immer noch relativ viel Wasser. Aber wir können jetzt wieder fahren», meint Fankhauser als Inhaber der im Bootshafen Solothurn stationierten Flotte.

Kein Durchkommen für «Pisoni»

Ohnehin setzt aber die niedrige Wengibrücke dem Aktionsradius von Fankhausers Flottille Grenzen. Das Flaggschiff, die 60-plätzige «MS Jurablick», kann wegen ihrer Höhe ohnehin nur oberhalb der Altstadt eingesetzt werden, und die MS «Pisoni» mit ihren 32 Plätzen schafft die Passage der Wengibrücke gerade noch – bei Normalwasserstand. Jetzt aber, nach der Normalisierung der Wasserhöhe drohte neues Ungemach: Von den drei Durchfahrtssegmenten sind derzeit die beiden für die Durchfahrt geeignetsten im Norden und der Mitte wegen der aktuellen Sanierungsarbeiten an der Brücke gesperrt.

Mit dem kleinsten, dem «Öufi»-Boot, kann Fredy Fankhauser zwar im offenen Südsegment passieren. Für das grössere, geschlossene Kabinenboot, die MS «Pisoni», wird die Durchfahrt jedoch wegen der dortigen Sandbank vor dem Alten Spital ziemlich prekär.

«Dies betraf vor allem Fahrten mit Aare-Stadtführungen für Region Solothurn Tourismus. Solche mussten halt flussaufwärts mit allgemeinen Ausführungen zur Aare verlegt werden.» Die interessanten Stadtgebäude jedoch konnten den Fahrgästen nicht erklärt werden, ja, es gab sogar einige Absagen von Fahrten.

Einen «Durchschlupf» gefunden

Eine noch längere Fahrtpause für die «Pisoni» Richtung Stadt wollte Fredy Fankhauser jedoch vermeiden, und deshalb suchte er den Kontakt mit den Verantwortlichen des Kantons für die Brückensanierung. Das gestrige Gespräch brachte nun eine Lösung, bis in gut einem Monat das optimale Durchfahrtssegment unter der Brückenmitte vom herunterhängenden Baugerüst wieder befreit ist und die Durchfahrt dort wieder möglich wird. Fredy Fankhauser: «Provisorisch wird der kleine Steg, der um den Südpfeiler führt, gefendert; das heisst, mit einer Holzschalltafel so gesichert, dass unser Boot nicht am Steggeländer anhängen kann.»

Damit könne die MS «Pisoni» den Pfeiler ganz eng, abseits der Sandbank, gerade noch passieren und so die attraktiven Altstadtfahrten wieder aufnehmen.